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Droht bei Streik bei Autozulieferer die Räumung?

Arbeitskampf beim Autozulieferer Neue Halberg-Guss in Leipzig und Saarbrücken fortgesetzt

  • Lesedauer: 3 Min.

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Leipzig. Im Arbeitskampf beim Autozulieferer Neue Halberg-Guss (NHG) werden die Mitarbeiter in Leipzig und Saarbrücken weiterstreiken. Die Produktion ruht in beiden Werken. Es werde gestreikt, bis »von Arbeitgeberseite Bewegung reinkommt«, sagte der Sprecher der IG Metall im Saarland, Patrick Selzer, am Montag. Die NHG-Kunden VW und Opel mussten bereits auf ausbleibende Lieferungen reagieren.

In Leipzig blockierten die Streikenden am Montag weiter das Werk. Sie bildeten eine Menschenkette, um die Einfahrt von Lastwagen ins Lager zu verhindern. Die Sperrung der Zufahrt solle bis Freitag dauern, so lange sei eine Versammlung angemeldet, teilte die IG-Metall-Streikleitung mit. Die Gewerkschaft will »maximalen ökonomischen Druck« erzeugen.

Es werde noch am Dienstagmorgen eine Versammlung mit den streikenden Mitarbeitern geben, sagte Heinz Volkmer, Mitglied der IG-Metall-Streikleitung. Die Polizei will nach Angaben des IG Metall am Vormittag das Gelände räumen. Die Polizei konnte das zunächst nicht bestätigen. Seit Tagen sind die Mitarbeiter am Standort in Leipzig im Ausstand, blockieren die Einfahrt von Lastwagen und bilden Menschenketten. Am Dienstagmorgen waren den Angaben zufolge etwa 250 bis 300 Beschäftigte erneut im Ausstand.

Die Gewerkschaft sei gesprächsbereit, sagte Selzer. Voraussetzung sei aber, dass das Unternehmen belastbare Daten und Fakten zu einem Konzept für die Zukunft vorlege. Vergangenen Mittwoch waren die Sozialtarifverhandlungen zwischen NHG und der IG Metall vorerst gescheitert. Die Schuld dafür hatten sich beide Seiten gegenseitig zugeschoben.

Bei dem Konflikt geht es um die geplante Schließung des NHG-Standorts Leipzig mit 700 Beschäftigten Ende 2019 sowie um den von der Geschäftsleitung erwogenen Abbau von 300 der insgesamt 1500 Arbeitsplätze in Saarbrücken.

Die Gewerkschaft sei bereit, nach Lösungen zu suchen, wenn es ein belastbares Konzept gäbe – und man nicht befürchten müsse, dass der Standort Saarbrücken noch vor dem in Leipzig »zugrunde« gehe, sagte Selzer in Saarbrücken. Ein von Unternehmensseite ins Gespräch gebrachter Schlichter ergäbe laut Selzer derzeit keinen Sinn. Einen neuen Verhandlungstermin gibt es nicht.

Das Unternehmen stellt vor allem Motorblöcke und Antriebswellen für Autos und Nutzfahrzeuge her. Volkswagen hat bereits bestätigt, dass der Streik bei NHG erste Auswirkungen auf die Produktion hat. Auch Opel ist von dem Streik teilweise betroffen. »Um auf Engpässe bei Motoren zu reagieren, werden im Werk Eisenach für Juli geplante Schließungstage in den Juni vorgezogen«, erklärte ein Sprecher des Autobauers am Montag in Rüsselsheim. Kurzfristig sei die Produktion in anderen Werken des Herstellers nicht betroffen.

Die Neue Halberg-Guss gehört seit Januar zum Unternehmen Prevent. Die Prevent-Gruppe befindet sich seit mehr als zwei Jahren im Streit mit dem Hauptkunden VW um die Preise für die Lieferung von Motorblöcken. Die IG Metall fordert eine Qualifizierungsgesellschaft und einen Treuhandfonds, den die NHG finanzieren soll. Aus dem Fonds sollen Leistungen für Beschäftigte bezahlt werden, wenn Arbeitsplätze verloren gehen sollten. Die NHG wiederum hatte der Gewerkschaft »absurd hohe Forderungen« vorgeworfen. Agenturen/nd

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