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  • Kultur
  • Streit um Namensrechte

Die doppelte Ada

Wirtschaftswoche plant neues Magazin - der Name ist allerdings schon vergeben

  • Von Christopher Wimmer
  • Lesedauer: 2 Min.

Linke Medien haben es derzeit schwer. Sinkende Auflagenzahlen und finanzielle Probleme prägen viele Zeitungen. Gegen diesen Trend hat sich Ende Mai ein neues linkes (Online)-Magazin gegründet: Ada. Doch das Magazin steht nun vor ganz anderen, unerwarteten Problemen: Es geht um die Namensrechte.

Miriam Meckel möchte mit der Handelsblatt Media Goup bei der Wirtschaftswoche ein naturgemäß nicht so linkes Print-und-Online-Magazin gründen, das ebenfalls Ada heißen soll.

Ole Rauch, Herausgeber des ersten Ada-Magazins, erklärt dazu in einer Pressemitteilung: »Ganz schön dreist von der Wirtschaftswoche, aber wir nehmen die Herausforderung gerne an. Von einem zukünftigen Tech-Magazin hätte ich aber erwartet, dass sie vorher ihren Namen googlen können.«

Das (linke) Ada-Magazin startete in Deutschland bereits im Mai in Kooperation mit dem US-amerikanischen Jaobin Magazine. Jacobin ist ein sozialistisches Projekt, das seit 2010 erscheint. Mit einer Auflage von 40.000 Exemplaren gilt es mittlerweile als wichtigste Publikation der sozialistischen Linken in den USA. Daran möchte Ada anschließen. Mit essayistischen, gut lesbaren und wenig akademischen Texten sollen Themen wie Sozialismus und Klassenkampf, aber auch Pop und Mode vermittelt werden.

Das Ada der Wirtschaftswoche will »alle, die die digitale Transformation von Leben und Wirtschaft als Chance begreifen, ein Stück auf dem Weg in die Zukunft begleiten«, sagt Wirtschaftswoche-Herausgeberin Miriam Meckel. »Niemand weiß genau, wie die Welt in zehn Jahren aussieht. Aber wer bei ada dabei ist, der versteht, wie er dorthin kommt.«

Man kann jedoch davon ausgehen, dass sich die Zukunftsentwürfe der beiden Magazine grundlegend unterscheiden. Antje Dieterich, ebenfalls Herausgeberin des linken Ada-Magzins, erklärt dazu: »Ada schreibt aus der Sicht der Menschen, die für Tech-Konzerne arbeiten, für ihre Rechte streiken oder gegen Zensur kämpfen. Das Ada der Wirtschaftswoche hofiert Überwachungskonzerne wie Google und lädt sich als erstes Angela Merkel ein.«

Wie der Streit um den Namen ausgeht, ist bisher noch völlig unklar. Das linke Ada-Magazin hatte bereits beantragt, sich den Namen rechtlich schützen lassen – es ist allerdings noch offen, ob dies das Magazin der Wirtschaftswoche ebenso gemacht hat. Entscheidend ist nicht, welches Magazin zuerst erschienen ist, sondern welches zuerst angemeldet wurde.

Andere linke Unternehmen, wie der Verbrecher-Verlag, haben sich mit dem linken Ada-Magazin solidarisiert.

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