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Henrietta Svan Leavitt gilt heute als eine der vergleichsweise wenigen berühmten weiblichen Astronomen. Frauen waren akademische Karrieren lange verwehrt. In Princeton (USA) z.B. wurden Frauen erst ab 1969 immatrikuliert. Frauen brauchten deshalb eine besonders starke Motivation, um in einen akademischen Beruf vorzudringen. Das gelang nur wenigen. Karoline Herschel beispielsweise, die als Astronomin bekannt gewordene Schwester des Uranus-Entdeckers Friedrich Wilhelm Herschel, beschrieb ihre Rolle im »wissenschaftlichen Geschäft« recht drastisch: »Ich tat für meinen Bruder nichts anderes, als was ein gut dressierter Schoßhund getan hätte: Ich führte seine Befehle aus. Ich war nur Instrument.«

Leavitt wurde am 4. Juli vor 150 Jahren geboren und interessierte sich schon auf dem College für Astronomie. Trotz einer krankheitsbedingten Taubheit wurde sie von dem berühmten amerikanischen Astronomen Edward C. Pickering im Alter von 17 Jahren als Volontärin am Harvard College Observatory (Cambridge/Mass.) eingestellt. Später wurde sie Abteilungsleiterin für fotografische Fotometrie. Pickerings umfangreiche Beobachtungsprogramme gipfelten schließlich in dem unter seiner Leitung herausgegebenen Henry-Draper-Katalog mit Positionen und Spektren von 225 000 Sternen. Für dieses Mammutwerk bedurfte es fleißiger und geduldiger Routinearbeit. Dafür hielt Pickering Frauen wohl für besonders geeignet, denn er beschäftigte einen ganzen »Harem« weiblicher Mitarbeiter, u.a. neben Henrietta Leavitt auch Anni Cannon, Williamina Fleming und Antonia Maury. Auf alten Fotos finden wir Pickering im Kreise zahlreicher weiblicher Mitarbeiter, die allesamt bedeutende wissenschaftliche Leistungen bei der Massenproduktion astronomischer Messdaten vollbrachten. Ihre Bezahlung war allerdings nur halb so hoch wie bei ihren männlichen Kollegen.

Henrietta Leavitt hat übrigens etliche weitere wichtige Leistungen vorzuweisen. So entdeckte sie insgesamt 2400 Veränderliche Sterne und entwickelte eine neue Methode fotografischer Messtechnik, die als Harvard-Standard internationale Verbreitung fand. Im Jahre 1925 schlug sie der schwedische Mathematiker Gösta Mittag-Leffler wegen ihrer Pionierarbeit auf dem Gebiet der Veränderlichen Sterne zum Nobelpreis vor. Er wusste nicht, dass sie, die auch energisch für Frauenrechte gekämpft hatte, schon vier Jahre zuvor gestorben war.

Heute haben Frauen es auch in der Astronomie etwas leichter. So sind inzwischen von den aktiven Mitgliedern der Internationalen Astronomischen Union im Alter von 30 bis 50 Jahren rund ein Drittel Frauen. Bei den Älteren, die heute bis 70 Jahre alt sind, sind es nur 20 Prozent. Das gilt aber keineswegs weltweit. DBH

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