Werbung

Ferienjobs sind auch in Sachsen knapp

Betriebe nutzen Chance zur Nachwuchssuche oft nicht

  • Von Ralf Hübner, Dresden
  • Lesedauer: 3 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Botengänge, Auffüllen von Regalen im Supermarkt, Zeitungen austragen: Einer Umfrage der Landesschülerrates zufolge hat fast jeder vierte Schüler in Sachsen schon einmal in den Ferien gejobbt. Etwa 80 Prozent von ihnen hätten angegeben, sie hätten bei der beruflichen Orientierung davon profitiert, sagt Pressesprecher Leonard Kühlewind in Dresden. Einer dpa-Umfrage zufolge werden die angebotenen Schülerjobs jedoch weniger. Manche Unternehmen nutzen diese allerdings auch, um Nachwuchs zu gewinnen.

»Die Nachfrage nach Ferienjobs ist größer als die Angebote«, sagt der Sprecher der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit, Frank Vollgold, in Chemnitz. Ein wichtiger Grund: »Die Bestimmungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes lassen einen flexiblen Einsatz der Schüler kaum zu.« Die Schüler hätten zudem keine eigenen Fahrzeuge oder einen Führerschein. Deshalb nähmen die Unternehmen von einer Ferienbeschäftigung oft Abstand und griffen eher auf Studenten zurück. »Oft sind es die Kinder der Mitarbeiter, die in den Betrieben der Eltern einen Ferienjob finden«, sagt Vollgold. Zahlen zu den Schülern, die landesweit immer etwa während der Ferien jobben gehen, gebe es nicht.

Ferienjobs könnten wegen des Jugendarbeitsschutzes ohnehin nur leichte Tätigkeiten sein wie Gartenarbeiten, das Auffüllen von Regalen im Einzelhandel, leichte Arbeiten in der Gastronomie, das Austragen von Zeitungen oder Botengänge, sagt der Sprecher die Industrie- und Handelskammer Dresden, Lars Fiehler. Schwere körperliche oder gefährliche Tätigkeiten sind für Jugendliche verboten. »Auch Arbeiten im Akkord ist untersagt.« Für unter 18-Jährige gelte der Mindestlohn von 8,84 Euro pro Stunde nicht, erläutert Fiehler. Die Bezahlung müssten die jungen Leute individuell aushandeln, was nicht einfach sei. Ob sie dann auf fünf, sechs, sieben oder mehr Euro pro Stunde kommen, hänge ganz von den individuellen Gegebenheiten ab.

In der Online-Lehrstellenbörse der Handwerkskammer Dresden können die Mitgliedsbetriebe auch Angebote für Praktika oder Ferienarbeit hinterlegen. »Ferienjobs sind für Jugendliche eine hervorragende Möglichkeit, in einen Beruf hinein zu schnuppern«, sagt Pressereferent Daniel Bagehorn. Die Betriebe wiederum könnten die Jugendlichen kennenlernen. »Es ist nicht selten, dass Unternehmen dabei ihren zukünftigen Lehrling finden und die Jugendlichen ihren Ausbildungsberuf und Ausbildungsbetrieb.« Aktuell gibt es in der Online-Börse Ferienangebote etwa für Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Dachdecker, Elektroniker, Fleischer, Gerüstbauer, Maler, Metallbauer, Orgelbauer, Steinmetze, Zimmerer.

Bei einer Umfrage hat der Landesschülerrat im Januar und Februar 2018 etwa 5000 Schüler der weiterführenden allgemeinbildenden Schulen ab Klasse 8 zu ihren Erfahrungen und Wünschen bei der beruflichen Orientierung befragt. »Dabei haben auf die Frage nach der Praxiserfahrung 23 Prozent angegeben, schon in einmal in einem Ferienjob gearbeitet zu haben«, berichtet der Sprecher des Schülerrats. Mehr als 80 Prozent habe der Ferienjob nach eigener Aussage bei der beruflichen Orientierung geholfen. dpa/nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Noch kein Abo?

Jetzt kostenlos testen!

14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt.

Kostenlos bestellen