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Schmelztiegel der Konzentration

Kurt Stenger über die Stahlfusion von ThyssenKrupp und Tata

  • Von Kurt Stenger
  • Lesedauer: 1 Min.

Europas Stahlindustrie kennt, klassisch kapitalistisch, seit viele Jahren nur eine Richtung: Konzentration. Die extrem kapital- und energieintensive Branche strebt nach immer größeren Einheiten unter dem Dach weniger global agierender Konzerne. Nur hier und da bleiben kleinere Anbieter von Spezialprodukten eigenständig. Dass sich der größte deutsche Hersteller ThyssenKrupp mit dem indischen Riesen Tata zusammentut, scheint da unausweichlich. Auch angesichts von Überkapazitäten und Billigproduktion in Asien sowie der aktuellen Handelskonflikte um die strategisch wichtige Branche.

Aber auch hier hätte es Alternativen gegeben. So setzt man im Saarland mit der Montanstiftung auf eine regionale Lösung unter Beteiligung der öffentlichen Hand. Dazu fehlt es im schwarz-gelb regierten Nordrhein-Westfalen am politischen Willen. Das Streben der Aktionäre des Konzerns ThyssenKrupp - er setzt künftig verstärkt auf das krisenresistente Rüstungsgeschäft - nach höheren Renditemargen sorgt letztlich für die Entscheidung.

Dass Gewerkschaften und Betriebsrat hier mitmachen, ist verständlich. Mehrjährige Kündigungsschutzgarantien und das Versprechen, die erkämpften Mitbestimmungsrechte nicht anzutasten, sind ihnen letztlich mehr wert als ein Kampf mit ungewissem Ausgang. Auch sie haben sich letztlich abgefunden mit dem Schmelztiegel der Konzentration.

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