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Nebenwirkungen Nebensache

Von Iris Rapoport , Boston und Berlin

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Oft liegt bei Mineralien in der Nahrung Bedarf und Zuviel bedrohlich nah beieinander. Nicht so bei Magnesium. Hier ängstigt eher ein möglicher Mangel. Es ist schier unglaublich, was der alles verursachen soll: Herzrhythmusstörungen genauso wie Bluthochdruck oder Muskelkrämpfe, Osteoporose, Aufregungszustände, Depressionen, Nierensteine, Diabetes, Müdigkeit, Kopfschmerz und noch vieles mehr. Kaum etwas fehlt. Kann das wirklich stimmen?

Die Evolution hat sich des Magnesiums sehr häufig bedient. Es bildet - biologisch gesehen - freundliche Ionen. Das Metall erzeugt weder gefährliche Radikale, noch fällt es als schwer lösliches Salz aus. Magnesium, das oft als Gegenspieler des ihm chemisch nahe verwandten Kalziums agiert, wirkt sogar dessen Ausfällen am falschen Orte und damit Verkalkung entgegen. Gleichzeitig fördert es die Mineralisierung der Knochen. Das nicht zuletzt deshalb, weil ohne Magnesium das für den Knochenstoffwechsel so wichtige Vitamin D nicht aktiviert werden kann. Doch die Enzyme, die dafür verantwortlich sind, sind nur zwei von Hunderten Enzymen, für die Magnesium Cofaktor ist. Viele von ihnen regeln den Stoffwechsel, andere wirken bei der Synthese von Proteinen und Erbsubstanz. Unsere »Energiewährung«, das ATP, ist ohne Magnesium nicht nutzbar. Da ahnt man dunkel, dass sein Mangel vielleicht tatsächlich die Funktion praktisch aller Organe negativ beeinflussen kann.

Bekannt ist seine Wirkung auf Muskelzellen: Magnesium dämpft deren Erregbarkeit. Deshalb wird es als Mittel gegen Krämpfe gepriesen. Manchmal hilft es sogar. Doch nicht jeder Krampf wird durch Magnesiummangel verursacht. Und leider kann seine ausreichende Zufuhr auch nicht alle genannten Krankheiten verhindern oder gar heilen.

Magnesium ist beileibe kein Spurenelement. 25 Gramm finden sich in unserem Körper. Weit weniger als ein Prozent davon schwimmt im Blutplasma. Ein Speicher war, evolutionär gesehen, offenbar nicht nötig. Geregelt wird alles über Zufuhr und Ausscheidung. Letzteres ist bei einer gesunden Niere praktisch kein Problem. Da jede lebende Zelle das Metall benötigt, findet es sich in fast jeder Nahrung. Selbst hartes Wasser ist eine gute Quelle.

Lange meinte man deshalb, Magnesiummangel gäbe es nicht. Aber ein Bedarf von fast einem halben Gramm täglich ist eine ganze Menge. Und von den gut löslichen Salzen geht durch Auslaugen, vor allem bei industrieller Verarbeitung, einiges verloren. Hinzu kommt, dass es selbst unseren Nutzpflanzen an Magnesium mangeln kann.

Daten zu Magnesiummangel sind weltweit spärlich. Für die USA findet man von der WHO dokumentiert, dass weit weniger als die Hälfte der Bevölkerung die täglich empfohlene Menge zuführt.

Und wie steht es mit der Gefahr einer Überdosierung? Zu viel Magnesium verursacht Durchfall. Doch selbst dieser Effekt wird bei der Verwendung in Abführmitteln ins Nützliche gewendet.

Münzenbergforum

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