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Berlins Straßenbäume brauchen Wasser

In den vergangenen Monaten hat es in der Hauptstadt kaum geregnet - Berliner sollen kräftig gießen

Viel Sonne, kein Regen - in Berlin war es in den vergangenen Monaten besonders trocken. »Der Boden in der Stadt ist nach den letzten Wochen total ausgetrocknet«, warnt BUND-Sprecherin Carmen Schultze. Deshalb bitte sie die Einwohner Berlins, alle Straßenbäume einmal pro Woche mit acht bis zehn Eimern Wasser zu gießen. »Falsch machen kann man dabei eigentlich nichts. So einen Baum kann man nicht übergießen.«

Doch auch die Stadt will Abhilfe schaffen. Die Bezirke sollen in Kürze Verstärkung anfordern können, um Jungbäume zu wässern - und zwar bei der Berliner Stadtreinigung (BSR), wie Derk Ehlert von der Umweltverwaltung ankündigte. Eine entsprechende Vereinbarung werde vorbereitet.

Laut Ehlert erreicht das Wasser bei ausgewachsenen Bäumen zwar nur schwer die tief liegenden Wurzeln, es tue ihnen aber trotzdem gut: Weil Salze ausgespült werden, die nach dem Winter im Boden sind.

Auch Agrarwissenschaftler Andreas Zander empfiehlt den Hauptstädtern, sich bei der Bewässerung von Straßenbäumen einzubringen. »Durch den Klimawandel wechseln sich Wetterextreme immer öfter ab, das schadet vor allem den Bäumen in der Stadt«, erläutert er. Denn anders als in der Natur hätten Straßenbäume nur begrenzten Platz für ihre Wurzeln und trockneten dadurch schneller aus.

Das fehlende Wasser mache die Bäume zudem anfälliger. »Ein trockener Baum ist weniger vital und öfter von Krankheiten und Schädlingen betroffen«, sagt Zander. Deshalb forscht er gemeinsam mit der Humboldt-Universität zu Berlin nach widerstandsfähigen Baumarten. »Ein Drittel des Berliner Baumbestands sind Linden«, so Zander weiter. Andere Arten seien weniger anfällig. Dies könne bei künftigen Bepflanzungen beachtet werden.

Dass die Bäume aktuell noch recht gut aussehen liegt am regenreichen Vorjahr, wie Ehlert betont. Frühestens 2019 sei damit zu rechnen, dass die aktuellen Trockenheitsschäden sichtbar werden, etwa mit absterbenden Kronenpartien.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes fiel im Mai und Juni gerade einmal die Hälfte der sonst üblichen Niederschlagsmenge. Und im Juli gab es laut den Berliner Wasserbetrieben nur lokal ein paar Tropfen in Spandau, Reinickendorf und Friedrichshagen. »Das ist nichts«, sagte ein Sprecher. Letztlich seien die Regenmengen bereits seit März unterdurchschnittlich. Knapp werde das Wasser in Berlin dennoch nicht - Grundwasser bilde sich im Winter. dpa/nd

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