Werbung

Streit um einen Geldtransport

Forderung des US-Botschafters, Deutschland soll Iran-Flug stoppen, wird von Opposition kritisiert

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Berlin. US-Botschafter Richard Grenell fordert von der Bundesregierung, den von Iran geplanten Bargeld-Transfer von 300 Millionen Euro zu untersagen. »Wir ermutigen die deutsche Regierung auf höchster Ebene, zu intervenieren und dieses Vorhaben zu stoppen«, sagte Grenell der »Bild«-Zeitung. »Wir sind sehr besorgt über die Berichte.«

Iran will rund 300 Millionen Euro in bar von Deutschland nach Teheran ausfliegen, um das Geld angesichts von US-Sanktionen vor einem Einfrieren von Konten zu retten. Konkret geht es um Guthaben der staatlichen Europäisch-Iranischen Handelsbank bei der Bundesbank. Das Vorhaben werde nun geprüft, sagte eine Sprecherin des Finanzministeriums. Zuständig ist die Finanzaufsicht Bafin. Es wäre eine der größten Barabhebungen in der Geschichte der Bundesrepublik. Das Gewicht der Euro-Banknoten würde über 1600 Kilogramm betragen.

Für die Bundesregierung ist dies politisch heikel. Sie will mit der EU das Atomabkommen mit Iran retten, das Kontrollen im Gegenzug für wirtschaftliche und finanzielle Vorteile vorsieht. Auf der anderen Seite droht Ärger mit den USA und Israel, die Iran vorwerfen, das Geld für Terrorfinanzierung zu nutzen.

Grenells Mahnungen, die eine Einmischung in innere Angelegenheiten darstellen, sorgten für Protest: Der Grünen-Außenpolitiker Jürgen Trittin meinte, Kanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Olaf Scholz dürften sich nicht von der US-Regierung eine solche Entscheidung diktieren lassen. Der LINKE-Politiker Stefan Liebich twitterte: »Es ist ein neuer Stil, dass Botschafter Richard Grenell die Bundesregierung via ›Bild‹ auffordert, etwas zu tun oder lassen. Und kein guter.« Schon zuvor hatte Grenell deutsche Unternehmen zum Rückzug aus dem Iran-Geschäft aufgerufen. Der Botschafter ist ein enger Vertrauter von US-Präsident Donald Trump. dpa/nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen