Werbung
  • Sport
  • Zentralrat der Muslime zu Mesut Özil

Mazyek fordert Rücktritt von Bierhoff und Grindel

Vorsítzender des Zentralrats der Muslime wirft DFB-Funktionären vor, mit ihren Äußerungen über Nationalspieler Mesut Özil sportpolitisches Porzellan zu zerschlagen

  • Lesedauer: 2 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Berlin. Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland hat nach den umstrittenen Äußerungen über Mesut Özil den Rücktritt von DFB-Teammanager Oliver Bierhoff und Verbandschef Reinhard Grindel gefordert. »Nachtreten wird im Sport mit einer Roten Karte bestraft«, schrieb Aiman Mazyek auf seiner Facebookseite. Der US-amerikanische Sender ESPN hatte zuerst darüber berichtet. »Bierhoff und Grindel müssen zurücktreten, wenn sie in ihrer langen Karriere nichts anderes gelernt haben als: 'Man verliert als Özil' anstatt 'Man verliert als Mannschaft«, meinte Mazyek.

Mazyek schrieb zudem: »Würden wir derzeit nicht diese Schlagseite im Integrations- und Islamdiskurs haben, die auch noch AfD-affin geführt wird; beide Funktionäre, Grindel und Bierhoff, müssten längst nach ihren unterirdischen Aussagen den Hut nehmen.« Jetzt werde sportpolitisches Porzellan zerschlagen. »Vereine, Menschen, Jugendlichen zu Zigtausende in der der DFB eigentlich integrationspolitisch Vorbild sein sollte, dürfen dann die Zeche über Jahre zahlen.«

Nach dem WM-Aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft hatte Bierhoff in der vergangenen Woche angedeutet, dass man vor dem Turnier in Russland die Nominierung Özils hätte überdenken müssen. Anschließend hatte er betont, er sei mit dieser Aussage missverstanden worden. DFB-Präsident Grindel hatte am Montag in einem Interview eine Erklärung Özils zu den umstrittenen Fotos mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gefordert und zumindest indirekt diese Erklärung zur Bedingung einer Fortsetzung von Özils Karriere im DFB-Trikot gemacht. Auch von vielen Medien gab es Kritik an dem Nationalspieler.

Auch Trainer-Legende Ottmar Hitzfeld hat den DFB für den Umgang mit Özil und Gündogan kritisiert. »Ich glaube, dass man Özil und Gündogan damit keinen Gefallen getan hat, sie mit zur WM zu nehmen, wo sie unter so gewaltigem Druck standen. Man hätte sie aus meiner Sicht schützen müssen und zu Hause lassen, um danach wieder einen Neuanfang zu machen. Dann hätte man während der WM Ruhe gehabt, das Thema wäre gegessen gewesen«, sagte der ehemalige Trainer des FC Bayern München und von Borussia Dortmund dem Sportbuzzer.

Die Affäre um die Erdogan-Fotos habe »sicher auch Einfluss auf die Mannschaft« gehabt, schrieb der 69-Jährige in seiner am Mittwoch veröffentlichten Kolumne. »Die Spieler wurden ja ständig damit konfrontiert und bekommen auch mit, was geschrieben wird. Das war sicher nicht förderlich«, sagte der frühere Schweizer Nationalcoach. Agenturen/nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Noch kein Abo?

Jetzt kostenlos testen!

14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt.

Kostenlos bestellen