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Verheerender Anschlag in Nordwestpakistan

Der Selbstmordattentäter war acht Jahre alt

  • Von Lehaz Ali, Peshawar
  • Lesedauer: 2 Min.

Bei einem Selbstmordanschlag während einer Wahlkampfkundgebung im Nordwesten Pakistans sind mindestens 20 Menschen getötet worden. Über 60 weitere Menschen seien verletzt worden, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Der Attentäter sprengte sich während einer Veranstaltung der Awami-National-Partei (ANP) in der Stadt Peshawar in die Luft. Die Talibangruppe Tehreek-e-Taliban Pakistan bekannte sich zu dem Anschlag, der sich demzufolge gegen einen ANP-Politiker richtete.

Unter den Todesopfern sei der ANP-Politiker Haroon Bilour, sagte der Polizeichef von Peshawar, Qazi Jameel. Laut Polizei zündete der Attentäter seinen Sprengsatz, als Bilour am Dienstagabend vor rund 200 Anhängern eine Rede halten wollte. Nach offiziellen Angaben war der Angreifer etwa 16 Jahre alt und trug acht Kilogramm Sprengstoff bei sich.

Der Rechtsanwalt Bilour hatte für die Parlamentswahl am 25. Juli kandidiert. Er entstammte einer einflussreichen Politikerfamilie aus der Provinz Khyber-Pakhtunkhwa. Die pakistanischen Taliban erklärten, der Anschlag habe sich gegen den »wichtigen ANP-Anführer« Bilour gerichtet. Die Gruppe habe der ANP »den Krieg erklärt«. Sie rief die Bevölkerung dazu auf, sich von der Partei fernzuhalten, »oder ihr seid selbst für eure Verluste verantwortlich«.

Die ANP, die sich entschieden gegen extremistische Gruppen wie die Taliban wendet, war bereits wiederholt Ziel von Islamisten gewesen. Auch Bilours Vater, der ANP-Politiker Bashir Bilour, war 2012 bei einem Selbstmordanschlag getötet worden.

Wenige Stunden vor dem Anschlag hatte ein Sprecher des pakistanischen Militärs auf die prekäre Sicherheitslage vor der Parlamentswahl hingewiesen. Nach dem Anschlag waren im Fernsehen Krankenwagen zu sehen, die zum Anschlagsort rasten. Einige Menschen weinten.

Peshawar grenzt an die halb autonomen pakistanischen Stammesgebiete. Die schwer zugängliche Bergregion an der Grenze zu Afghanistan ist ein Rückzugsgebiet von Extremistengruppen aus beiden Ländern. Drogenhändler und Schmuggler nutzen die Stadt als Umschlagplatz.

Die Armee konnte die militanten Gruppen in den vergangenen Jahren zurückdrängen, doch werden in der Region immer wieder schwere Anschläge verübt. Sie richten sich meist gegen Politiker und religiöse Minderheiten wie die Schiiten. AFP

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