Werbung

Unvollendet

Uwe Kalbe über das Urteil gegen Beate Zschäpe im NSU-Prozess

  • Von Uwe Kalbe
  • Lesedauer: 2 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Beate Zschäpe hat die Höchststrafe erhalten - ein Urteil, das der Schwere der verhandelten Taten entspricht. Das mehr als angemessen erscheint. Und das ein Gefühl von Gerechtigkeit trotzdem nicht herzustellen vermag. Als Geste staatlicher Autorität wirkt es hilflos und unvollendet. Es verschafft den Hinterbliebenen keine Genugtuung und der Gesellschaft keinen Zuwachs an Vertrauen, dass die Gefahr des rechten Terrors erkannt wäre - weil das Gericht sich um diese gar nicht gekümmert hat. Es folgte vielmehr der selbst auferlegten Beschränkung auf einen kleinen Kreis identifizierter Beteiligter an den Morden des NSU. Es schloss die Augen vor jenen politischen Umständen, die sein eigenes Agieren so einschränkten, dass vollständige Aufklärung irgendwann als aussichtslos erschien.

Unaufgeklärt bleibt die beunruhigende Verwicklung staatlicher Dienste in die Strukturen der Naziszene, die sie zu kontrollieren vorgeben. Politische Umstände zu ändern, ist nicht Aufgabe eines Gerichts. Aber das Urteil hat eine politische Dimension. Was womöglich auch die angekündigte Revision erleichtern könnte - das Ergebnis muss leider als offen gelten. Der Münchner Prozess endet nicht mit einem Justizskandal; den gesellschaftlichen Skandal um den NSU hat er gleichwohl vergrößert. Das Urteil wirkt wie ein Schlussstrich unter die ohnehin längst erlahmten Bemühungen um Aufklärung eines himmelschreienden Verbrechens. Das darf es nicht sein. Rechter Terror findet Nachahmer. Seit 2015 gab es offiziell rund 2500 Anschläge auf Flüchtlingsheime.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Noch kein Abo?

Jetzt kostenlos testen!

14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt.

Kostenlos bestellen