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Israel greift syrische Posten an

Flugobjekt der Assad-Armee wird abgeschossen und Vergeltung geübt

  • Von Karin Leukefeld
  • Lesedauer: 3 Min.

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Israelische Militärs auf der Suche nach Drohnenresten am See Genezareth
Israelische Militärs auf der Suche nach Drohnenresten am See Genezareth

Die Lage im israelisch-syrischen Grenzgebiet ist instabil. Das zeigt sich gerade einmal mehr. Ein unbemanntes und unbewaffnetes Flugobjekt (UAV) ist nach Angaben der israelischen Streitkräfte am Mittwoch von Jordanien her in Richtung des Tiberias-Sees (See Genezareth) geflogen. Nachdem man sichergestellt habe, dass es sich weder um eine jordanische, US-amerikanische noch russische Drohne sondern um ein Flugobjekt der syrischen Armee gehandelt habe, habe man entschieden, die Drohne mit einer Patriot-Rakete - Stückpreis rund 3 Millionen US-Dollar - abzuschießen, teilte die Israelische Armee (IDF) mit. Unklar sei, ob die Drohne mit Absicht oder aus Versehen durch den von Israel beanspruchten Luftraum geflogen ist. Das Gebiet, in dem die Drohne unterwegs gewesen sei, sei »dicht« beflogen, und es sei nicht unüblich, dass »UAVs von anderen Armeen in diesem Gebiet fliegen«, ist auf der IDF-Webseite zu lesen. »Trotz der großen Menge bewaffneter Kräfte, die in dem Gebiet operieren, ist es ungewöhnlich, dass Flugrouten verlassen werden.«

Israel sei auf alles vorbereitet, so die IDF-Erklärung. Man sei der 1974 vereinbarten Trennung der Streitkräfte (Syriens und Israels auf den Golanhöhen) verpflichtet. Gleichzeitig verurteile Israel »die Verletzung seiner Souveränität« und werde »auf jeden Versuch, israelische Zivilisten anzugreifen, entsprechend reagieren«.

Weniger Verständnis zeigt Israel allerdings, wenn es um die Souveränität und Achtung des Luftraums oder Territoriums der beiden Nachbarländer Syrien und Libanon geht. Am vergangenen Freitag bombardierten israelische Panzer den südlichen Libanon, um die dort stationierte Hisbollah zu bestrafen, die angeblich eine israelische Militärpatrouille auf den besetzten Golanhöhen angegriffen habe. Wenig später bekannte sich der »Islamische Staat« zu dem Anschlag auf die Patrouille.

Am Montag griffen israelische Kampfjets den syrischen Militärstützpunkt T 4 in der Provinz Homs an, seit Dienstag feuert israelische Artillerie auf syrische Armeestellungen bei Qunaitra, der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Als Begründung für die Angriffe auf Qunaitra nennt Israel einerseits einen weiteren Anschlag auf eine Militärpatrouille, dessen Urheberschaft nicht erwiesen ist. Anderseits werde Vergeltung für den syrischen Drohnenflug geübt.

Aus Sicht der syrischen Streitkräfte will Israel mit seinen Angriffen die Kampfgruppen entlasten, die durch eine Offensive der syrischen Armee und ihrer Verbündeten in Deraa und Qunaitra unter Druck geraten sind. Tausende Kämpfer haben ihre Waffen niedergelegt und den syrischen Streitkräften und/oder der russischen Militärpolizei die Kontrolle übergeben. Der syrisch-jordanische Grenzübergang Nassib bei Deraa ist wieder unter syrischer Kontrolle, die Verbindungsstraße wird derzeit gesäubert und repariert. In zurückgelassenen Munitionslagern fanden syrische Spezialkräfte große Mengen von hochmodernen US-amerikanischen und französischen Waffensystemen.

Westlich von Deraa und in der Provinz Qunaitra an der UNO-Pufferzone auf dem Golan sind Kampfgruppen eingeschlossen, die sich nicht auf eine Vereinbarung mit der syrischen Armee einlassen wollen. Tausende Zivilisten sind ebenfalls in dem Gebiet und hoffen auf Hilfe. Jordanien will seine Grenzen nicht öffnen, um zu verhindern, dass die Kämpfer in Jordanien Zuflucht suchen.

Die Offensive der syrischen Streitkräfte und ihrer Verbündeten konzentriert sich auf das Jarmuk-Becken mit dem Fluss Jarmuk, der die Grenze zwischen Syriens und Jordanien bildet und in Richtung Jordan fließt. Das Gebiet grenzt auch an die von Israel besetzten syrischen Golanhöhen und an das südliche Ende der UNO-Pufferzone. Das Gebiet war seit 2012 Aufmarschgebiet bewaffneter Gruppen, die von den USA und ihren Verbündeten über Jordanien und von Israel unterstützt wurden. Aktuell ist das Gebiet unter Kontrolle der Khalid-Ibn-al-Walid-Armee, die mit dem »Islamischen Staat« verbündet ist.

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