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  • Von Dagobert Kohlmeyer
  • Lesedauer: 2 Min.

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Zur Schacholympiade Anfang Oktober im georgischen Batumi wählt der Internationale Schachverband FIDE einen neuen Präsidenten. Der Russe Kirsan Iljumschinow wird es dann wohl nicht mehr sein. Der umstrittene Präsident wurde wegen Verstößen gegen die Ethikregeln für sechs Monate suspendiert. Rücktrittsforderungen an den 56-Jährigen gibt es schon länger.

Iljumschinow, früher Präsident der russischen Teilrepublik Kalmückien, ist ein eng mit dem Kreml vernetzter Geschäftsmann. 1995 wurde er FIDE-Chef. In seiner langen Amtszeit änderte er im Alleingang das WM-Reglement und startete dubiose Aktionen: 1996 wollte er die Schach-WM in Bagdad bei Saddam Hussein durchführen, die US-Regierung verweigerte dem damaligen Herausforderer Gata Kamsky das Ausreisevisum. 2004 fand das WM-Turnier in Tripolis bei Gaddafi statt.

Kritik an seinem chaotischen Stil ließ Iljumschinow nie gelten und prahlte, 50 Millionen US-Dollar privates Geld in seinen Sport gepumpt zu haben. Sein Reformversuch, den Schachweltmeister im K.o.-System ermitteln zu lassen, scheiterte. Längst ist der Verband zum klassischen Reglement zurückgekehrt.

Zum WM-Match von Magnus Carlsen und Sergej Karjakin Ende 2016 in New York durfte der FIDE-Chef nicht einreisen: Er steht auf der US-Sanktionsliste. Der Vorwurf: Er soll Geschäfte mit Syriens Machthaber Baschar al-Assad und der Terrormiliz IS getätigt haben. Iljumschinows Konten sind eingefroren, auch die der FIDE bei der Schweizer Bank UBS. Der Imageschaden für den Geistessport ist groß.

Der Verband zwingt Iljumschinow daher zum Rücktritt. Solange dieser dazu nicht bereit ist, liegt das Geld der FIDE bei einem Treuhänder. Derzeit führt Verbandsvize Georgios Makropoulos die Geschäfte. Der Grieche will sich in Batumi zum neuen Präsidenten wählen lassen. Das möchte auch der englische Großmeister Nigel Short. Mehr Aussichten dürfte der russische Spitzenpolitiker Arkadij Dworkowitsch haben, der zuletzt seine Kandidatur ankündigte. Er weiß Wladimir Putin hinter sich.

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