Werbung

Günstige Mieten weitab vom Schuss

BBU Verband der Wohnungsunternehmen warnt vor Folgen von Preisauftrieb beim Bau und vor Leerstand

  • Von Tomas Morgenstern
  • Lesedauer: 3 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

In Brandenburg ist gutes und bezahlbares Wohnungen weiter möglich. Das ist das Credo des Bundesverbandes Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU). Das liegt nach Einschätzung von BBU-Vorstand Maren Kern einerseits an der positiven wirtschaftlichen Entwicklung, die das Land Brandenburg in den zurückliegenden Jahren genommen hat. Und daran haben nach ihrer Einschätzung andererseits die brandenburgischen Mitgliedsunternehmen des Verbandes einen entscheidenden Anteil.

»Mit günstigen Mieten, kräftigen Investitionen und weit über das Wohnen hinausgehendem Engagement sind sie hervorragende Argumente für ein Wohnen in der Mark«, erklärte sie am Dienstag in Potsdam bei der Vorstellung des BBU-Jahresberichts 2017. Von der Landesregierung forderte Maren Kern, die entsprechenden Rahmenbedingungen zu sichern.

Nach der BBU-Statistik betrug die durchschnittliche Warmmiete einer 60-Quadratmeter-Wohnung 444 Euro im Monat - in Berlin würden dafür im Schnitt 520 Euro aufgerufen, hieß es. Wobei Maren Kern deutlich machte, dass derlei Durchschnittswerte für Brandenburg nicht sehr aussagekräftig sind - sie differieren zwischen dem Speckgürtel um Berlin und der Peripherie des Landes beträchtlich. In Falkensee (Havelland) lag der Wert mit 513 Euro im Monat am höchsten, in Fürstenberg (Uckermark) mit 372 Euro am niedrigsten.

Als großes Problem betrachtet der BBU in diesem Zusammenhang den insgesamt hohen, zum Teil wachsenden Wohnungsleerstand in inzwischen wirtschaftlich meist nicht mehr sanierungsfähigen Gebäuden. Zum 31. Dezember 2017 standen bei seinen Mitgliedsunternehmen in Brandenburg fast 26 000 Wohnungen leer, die Quote erhöhte sich leicht auf 7,6 Prozent. Dabei besteht ein großes Gefälle zwischen dem Berliner Umland (2,3 Prozent) und dem »weiteren Metropolenraum« (9,9). Spitzenreiter sind die Prignitz (17,6) und der Landkreis Spree-Neiße (17,4). Grund seien fortgesetzte Bevölkerungsverluste infolge des demografischen Wandels.

»Beides ist und bleibt in vielen Städten des weiteren Metropolenraums ein sehr ernstes und bedrohliches Problem, das mit bewährten und auch neuen Instrumenten der Städtebauförderung angegangen werden muss«, so Maren Kern. »Wir erinnern Land und Bund in diesem Zusammenhang erneut daran, dass weitere Erfolge bei der Reduzierung des Leerstandes und dem Stadtumbau die ganz wesentlichen Grundlagen für die Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse und eine Fortschreibung der Erfolgsgeschichte Brandenburger Stadtentwicklung sind.«

Laut Kern sind die Mieten 2017 beim BBU um durchschnittlich 1,6 Prozent gestiegen. Legt man die Warmmiete zugrunde, kommt man gar auf 1,1 Prozent. Angesichts einer Inflationsrate von 1,6 Prozent ist das Wohnen, zumindest im statistischen Vergleich zu 2016, nicht teurer geworden. Die Hälfte der Miteinnahmen fließt laut Kern in Investitionen, Modernisierungen und Wohnumfeldaufwertung.

Für gutes Wohnen in Brandenburg wurden 2017 laut BBU 572 Millionen Euro investiert. 2018 sollen es 736 Millionen Euro sein, davon 256 Millionen Euro für Neubau. Dabei seien allein die Baukosten seit 2010 um ein Drittel gestiegen, häuften sich Engpässe und Verteuerungen bei Baukapazitäten und Bauland. Das trage dazu bei, dass die niedrigen Mieten vor allem in den berlinfernen Regionen inzwischen »nicht mehr ohne Förderung zu stemmen sind«, so Kern. Das Land müsse alles dafür tun, die Städte als Ankerpunkte im Raum attraktiv und gut erreichbar zu machen, um den Bevölkerungsrückgang aufzuhalten. Schlüsselfelder dazu seien Nahverkehr, Digitalisierung sowie die soziale und kulturelle Infrastruktur.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Noch kein Abo?

Jetzt kostenlos testen!

14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt.

Kostenlos bestellen