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»Karaganda 2016«: Mancherorts sieht es in Kasachstan noch wie zu Sowjetzeiten aus. Gleichzeitig erlebt die nationale Volkskultur eine Renaissance. Nicht von ungefähr hat Dieter Seitz seinen Fotoband »Nomads Land« genannt. In einem klugen Essay zu den Bildern spricht Markus Kaiser von »nomadischer Identitätspolitik«.

»Nomadenromantik« mit Bergen und Steppen, Pferden und Jurten hat westliche Leser ja auch in den Werken des Kirgisen Tschingis Aitmatow fasziniert. Nicht zuletzt diese Lektüre hat dem in Bonn lebenden Fotografen Dieter Seitz einen Anstoß gegeben, die Weiten Zentralasiens zu erkunden, wo inzwischen natürlich auch die Einflüsse der westlichen Moderne unübersehbar sind. »Woran macht sich Identität fest? Worin spiegelt sich die Transformation wider?« Das in Fotos festzuhalten, ist Seitz auf beeindruckende Weise gelungen. Es sind leise, nachdenkliche Bilder, die sich nicht mit einfachen Wertungen aufdrängen, sondern dem Betrachter viel Raum zur Reflexion lassen. Bilder, die auch schön sind, in denen Liebe steckt. I.G.

Dieter Seitz: Nomads Land. Hatje Cantz, 160 S., geb., 40 €.

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