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In China schon für Tokio kämpfen

Bei den Weltmeisterschaften in Wuxi geht es für die deutschen Fechter nicht nur um Podestplätze, sondern auch schon um Olympia 2020

  • Von Tobias Bach, Wuxi
  • Lesedauer: 2 Min.

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Die deutschen Fechter gehen mit frischem Mut in die am heutigen Donnerstag beginnende WM im chinesischen Wuxi - und haben dabei auch schon Olympia 2020 im Blick. »Natürlich wollen wir nicht ohne Medaille zurückkommen. Das ist ganz klar«, sagt Sven Ressel, Sportdirektor des Deutschen Fechter-Bundes: »Aber wir machen das Abschneiden nicht an Medaillen fest.«

Bei der Heim-WM in Leipzig vor einem Jahr hatte Degenfechter Richard Schmidt als Dritter für den einzigen deutschen Podestplatz gesorgt. Diesmal liegen die größten Medaillenhoffnungen erneut vor allem auf den Säbelfechtern um Einzel-Europameister Max Hartung sowie Benedikt Wagner, Matyas Szabo und Richard Hübers, die als Mannschaft bei der EM vor wenigen Wochen Bronze holten.

»Ich versuche, nicht die ganze Zeit schon die Goldmedaille anzuvisieren und mir im Vorfeld selbst zu großen Druck zu machen. Ich will da Schritt für Schritt herangehen. Das habe ich auch schon vor der EM so gemacht«, sagte der 28 Jahre alte Athletensprecher Hartung.

Weitere Hoffnungsträgerinnen in Wuxi sind die Florettfechterinnen um die 19 Jahre alte Leonie Ebert und Anne Sauer. »Früher war ich immer die Junge. Jetzt bin ich in einer anderen Situation und habe gesehen, dass es klappen kann. Da macht man sich natürlich selbst ein bisschen mehr Druck. Ich bin heiß«, sagte Ebert. Im Team müssen sie jedoch, wie bereits bei der EM, auf die ehemalige Vizeweltmeisterin Carolin Golubytskyi aufgrund einer Babypause verzichten.

Doch in China geht es nicht nur um Medaillen, sondern auch schon um Olympia 2020. Weil sich in Tokio das Desaster von Rio nicht wiederholen soll, wollen sich die Fechter eine gute Ausgangsposition für die im kommenden Jahr startende Olympiaqualifikation erarbeiten. Denn eine gute Weltranglistenposition garantiert eine einfachere Auslosung in den Qualifikationsturnieren. Die Qualifikation für Tokio 2020 beginnt ab April nächsten Jahres und muss vor allem über die Mannschaften gelingen, da aus jedem qualifizierten Team auch drei Fechter im Einzelwettbewerb starten dürfen.

In Rio hatten die deutschen Fechter erstmals seit 1980 bei Olympischen Spielen keine Medaille geholt. Damals hatten sich überhaupt nur vier deutsche Fechter für ihre Einzelwettbewerbe qualifiziert, die Mannschaften mussten gleich allesamt zu Hause bleiben.

Bis zum 16. Juli absolvierte das deutsche Team mit Florettfechter Benjamin Kleibrink (Olympiasieger 2008) und Peter Joppich (viermaliger Weltmeister) extra noch ein einwöchiges Trainingslager im japanischen Numata. »Wir müssen uns an das Klima und die Zeitumstellung anpassen. Mit Numata haben wir auch eine Kooperation hinsichtlich Tokio 2020«, sagte Ressel. SID/nd

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