Werbung

Forscher veröffentlichen tausende Artikel in unseriösen Online-Zeitschriften

Mehr als 5000 deutsche Wissenschaftler haben laut Berichten bereits Forschungsergebnisse bei unseriösen Verlagen publiziert

  • Lesedauer: 2 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Berlin. Die Zahl von wissenschaftlichen Veröffentlichungen in zweifelhaften Online-Fachzeitschriften hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Mehr als 5000 deutsche Wissenschaftler hätten schon Forschungsergebnisse bei unseriösen Verlagen publiziert, berichteten die Sender NDR und WDR sowie das »Süddeutsche Zeitung Magazin«. Diese Verlage achteten die grundlegenden Regeln der wissenschaftlichen Qualitätssicherung nicht, hieß es.

Weltweit seien rund 400.000 Forscher betroffen, ergaben die Recherchen, an denen sich den Angaben zufolge weitere nationale und internationale Medien beteiligten. Wenn die Zahl von 5000 Wissenschaftlern zutreffe, so die wissenschaftliche Informationsplattform Science Media Center, »dann hätte rund 1,3 Prozent des wissenschaftlichen Personals an deutschen Universitäten und Fachhochschulen statistisch gesehen mindestens einmal in einer mutmaßlichen Raubzeitschrift publiziert«.

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) verlangte eine gründliche Untersuchung der Fehlentwicklungen bei wissenschaftlichen Veröffentlichungen. Dies sei »im Interesse der Wissenschaft selbst«, erklärte sie am Donnerstag. Die Ministerin fügte aber hinzu: »Mir ist wichtig, dass es nicht zu vorschnellen Verurteilungen Einzelner kommt. Die überwältigende Mehrheit der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Deutschland arbeitet nach den Grundsätzen guter wissenschaftlicher Praxis.« Sie sprach sich dafür aus, jeden Einzelfall unter die Lupe zu nehmen.

In den Medienberichten hieß es, das Phänomen solcher unseriöser Zeitschriften (»Predatory Journals«) sei schon seit Jahren bekannt. Deutsche Hochschulen und Forschungsgesellschaften hätten bereits mehrfach davor gewarnt. Neu sei jedoch das rasant steigende Ausmaß. So habe sich die Zahl solcher Publikationen bei fünf der wichtigsten Verlage den Recherchen zufolge seit 2013 weltweit verdreifacht, in Deutschland sogar verfünffacht. Diese Verlage nutzen den Angaben zufolge den Publikationsdruck, der auf Wissenschaftlern lastet, und sprechen diese per E-Mail an. Die Betroffenen publizierten Ergebnisse gegen Zahlung teilweise hoher Gebühren in den Internet-Journalen, die von Unternehmen in Südasien, der Golfregion, Afrika oder der Türkei herausgegeben werden.

Die Firmen behaupteten zwar, Forschungsergebnisse wie international üblich vor Veröffentlichung anderen erfahrenen Wissenschaftlern zur Prüfung vorzulegen. Den Recherchen zufolge geschehe dies jedoch meist nicht. Zudem hätten auch Wissenschaftler offenbar gezielt die Dienste solcher Verlage genutzt, um Forschungsbeiträge schnell zu veröffentlichen. dpa/nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen