• Politik
  • Flüchtlinge in Südosteuropa

Bosnien hat ein neues Idomeni

In Velika Kladusa hoffen Hunderte Flüchtlinge in durchnässten Zelten auf eine bessere Zukunft

  • Von Thomas Roser, Velika Kladusa
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Die nächtliche Regenflut hat nichts verschont. Schweigsam bergen übermüdete Lagerbewohner klatschnasse Decken, mit Schlamm überzogene Kleidung und verdorbene Lebensmittel aus Pfützen und Zeltruinen. Auf der aufgeweichten Flusswiese im Nordosten der bosnischen Grenzstadt Velika Kladusa hämmern schwitzende Männer Lattenverschläge, um sich und ihre Habseligkeiten gegen die nächsten Niederschläge zu wappnen.

Der Nordwestzipfel des Vielvölkerstaats ist zur neuen Sackgasse auf der sich ständig ändernden Balkanroute geworden. Seit Jahresbeginn sollen über 7000 Flüchtlinge in Bosnien-Herzegowina registriert worden sein. Gut die Hälfte von ihnen ist im grenznahen Kanton Una-Sana gestrandet. Allein in Bihac wird deren Zahl auf knapp 3000 geschätzt. In Bosniens am weitesten im Westen gelegener Kommune Velika Kladusa sind es rund 500 Flüchtlinge, die in dem überschwemmten Lager auf bessere Zeiten - und die Überwindung von Sloweniens nur 70 Ki...

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