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Antifa campiert »Janz Weit Draußen«

Brandenburger Antifaschist*innen laden zum Sommertreffen in die Provinz

  • Von Bosse Kröger
  • Lesedauer: 2 Min.

»Das JWD-Camp ist nach Ostprignitz-Ruppin gezogen«, verkünden die brandenburgischen Antifagruppen, die das »JanzWeitDraußen« (JWD) Sommercamp organisieren. Nach den positiven Erfahrungen aus dem Vorjahr im Strombad Cottbus wolle man nun beim zum zweiten Mal veranstalteten Sommercamp im ehemaligen zentralen Pionierlager »Ho Chi Minh« in Kuhlmühle, einem Ortsteil von Wittstock (Dosse), weiter diskutieren. Es sei wichtig, auch mal die »großstädtische Wohlfühlzone« zu verlassen, heißt es auf der Internetseite des Vorbereitungskreises.

Unter dem Wahlspruch: »Antifa heißt Landarbeit« wollen junge und alte Antifaschist*innen am Donnerstag auf dem Areal des Coolmühle e.V. ihr Lager aufschlagen. Man habe sich einfach in die »zuvorkommende Art der dort lebenden Menschen verliebt«, erklären die Organisierenden den Umzug. Ostprignitz-Ruppin gelte aber auch als Schwerpunkt neonazistischer und rassistischer Gewalt in Brandenburg. Gerade hier sei eine antifaschistische Präsenz wichtig, heißt es weiter.

Das Sommercamp richtet sich in erster Linie an Aktivist*innen aus Berlin und Brandenburg. »Was wir uns als Antifaschist*innen in Brandenburg die Jahre gewünscht haben, war eine stärkere Vernetzung innerhalb des Bundeslandes«, sagt Mia Sommer vom Vorbereitungsteam.

Genau um diese landesweite Vernetzung und die Stärkung des Antifaschismus in Brandenburg soll es beim JWD-Camp gehen. Darüber hinaus sollen die Aktivist*innen vor allem mit dem nötigen Handwerkszeug für eine erfolgreiche Antifa-Arbeit versorgt werden.

In den vier Tagen steht daher ein vielfältiges Bildungsangebot auf dem Programm. In Workshops sollen alle die Chance erhalten, über aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen zu sprechen. Über Themen wie die »Neue Rechte«, Antisemitismus und antimuslimischen Rassismus, aber auch über Verschwörungsideologien soll informiert und diskutiert werden.

Doch es geht nicht nur um die Auseinandersetzung mit dem politischen Gegner, sondern auch um die in den eigenen Reihen. In Workshops zu Hierarchien in selbstorganisierten Gruppen, feministischen Räumen oder Geschlechterrollen in den eigenen Reihen, sollen Teilnehmende ihre Position selbst reflektieren können.

Ein historischer Bezug zu Neonazi-Gewalt im Land Brandenburg soll ebenfalls hergestellt werden. Die Ausstellung »Kein schöner Land« des Vereins Opferperspektive e.V., die an die Todesopfer rechter Gewalt im Bundesland seit 1990 erinnert, soll dazu beitragen, die aktuellen Geschehnisse in eine zeitgeschichtliche Relation zu setzen.

Das Abendprogramm sieht dann Konzerten, Lesungen, Partys und eine Filmvorführung vor.

Grund zur Sorge sehen die Organisator*innen in der im Herbst 2019 anstehenden Landtagswahl in Brandenburg. »Auch in Brandenburg können wir mit einem hohen Wahlergebnis der AfD rechnen«, so Sommer. Dagegen wolle man sich wappnen.

Mehr Informationen zum JWD-Camp unter jwd-camp.org

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