Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Oberhof soll auch im Sommer ein Renner sein

Thüringen: Wichtiger Touristenort forciert Ausbau der Infrastruktur

  • Von Sebastian Haak, Oberhof
  • Lesedauer: 3 Min.

Wie immer wenn es Fördergeld gibt, strahlen sie alle um die Wette: Diejenigen, die das Geld geben - und diejenigen, die das Geld bekommen. Weshalb an diesem Tag in Oberhof nur die Sonne noch heller strahlt als Thüringens Wirtschaftsstaatssekretärin Valentina Kerst und der Vorsitzende des Zweckverbands Thüringer Wintersportzentrum Oberhof, Hartmut Schubert. Kerst gibt das Geld, stellvertretend für den Freistaat Thüringen. Schubert nimmt es, stellvertretend für diejenigen, die in Oberhof etwas bewegen wollen - was oft auch bauen meint. Insgesamt bringt Kerst etwa 4,4 Millionen Euro mit nach Oberhof, die am Fallbachlift beziehungsweise dem Fallbachhang verbaut werden sollen oder zum Teil schon verbaut sind. Mit dem Geld wird unter anderem der Bikepark dort erweitert und die Beschneiungsanlage aufgerüstet.

Die Stadt Oberhof gehört nach Angaben des Thüringer Wirtschaftsministeriums zu den meistbesuchten Ferienorten im Thüringer Wald, der wiederum eines der wichtigsten Reisegebiete Thüringens ist. Das Land habe die Region deshalb immer wieder auch finanziell unterstützt - von 2011 bis Juni 2018 seien allein über das Wirtschaftsministeriums etwa 23 Millionen Euro in die Entwicklung der touristischen Infrastruktur Oberhofs geflossen, heißt es. Das Geld wurde demnach unter anderem in die Sanierung der Rennsteig-Therme gesteckt, in die Neugestaltung des Kurparks und in die Modernisierungen am Fallbachlift.

Bei dem Fallbach-Projekt hat es immer wieder Verzögerungen gegeben. Zuerst traten Probleme bei der Vergabe des Auftrages auf, dann kam ein für Bauarbeiten unerfreulich harter Winter - und nun gibt es auch noch Schwierigkeiten mit der Lieferung der Sessel, die am Fallbachlift eingebaut werden sollen. Insgesamt, sagt Schubert, habe man derzeit zwei bis drei Monate Bauverzug. Was nicht dramatisch klingt, aber es doch ist, weil dieser Bauverzug auch dazu geführt hat, dass der Lift in der vergangenen Wintersaison ausfiel - ausgerechnet also in Monaten, die für den Tourismus im Ort so wichtig sind. Und auch jetzt, da eigentlich Mountainbikes und ihre Fahrer den Hang hinunter rollen und mit dem Lift wieder nach oben befördert werden könnten, steht die Anlage noch still - Baustelle.

Die Stadt am Rennsteig und das Land Thüringen versuchen seit Jahren, vom Image Oberhofs als Wintersportort wegzukommen und die gesamte Region als ein touristisches Ziel zu vermarkten, wo Menschen das gesamte Jahr über Urlaub machen können. Trotz der Verzögerungen sind Oberhofs Bürgermeister Thomas Schulz und der Geschäftsführer der für die Region so wichtigen Oberhof-Sportstätten GmbH, Carsten Blank, in dieser Hinsicht optimistisch.

Wenn der Fallbachlift erst einmal fertig ausgebaut sei, sagen sie, sei die Zeit der großen und damit teuren Baustellen für den Ganzjahrestourismus erst einmal vorüber. Dann müsse es, meint Blank, zum Beispiel darum gehen, die sportliche und touristische Infrastruktur in der Stadt für Touristen auch zugänglich zu machen. Dazu seien vor allem viele Gespräche mit allen in Oberhof Tätigen und Verantwortlichen nötig.

Kerst mahnt zudem, nachdem nun der Staat viel Geld in Oberhof investiert habe und die Infrastruktur - von den Wanderwegen über die Mountainbikestrecken bis hin zum Bad - in einem sehr guten Zustand seien, müssten auch private Investoren noch mehr dafür tun, um Gäste in die Stadt zu locken. Der Staat - egal, ob das Land, die Kommune oder der Zweckverband - könnten nicht alleine dafür sorgen, dass Touristen kämen.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln