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Einigung bei Zöllen

Internationale Presse

Neue Zürcher Zeitung, Schweiz

Klagen in den USA

Die Europäer konnten eine weitere Eskalation der handelspolitischen Spannungen verhindern. Dafür machte die europäische Delegation einige Zugeständnisse, die es erlauben, künftig enger zusammenzuarbeiten. Zu dem unerwarteten Ergebnis hat möglicherweise auch beigetragen, dass die bisherige Handelspolitik von Trump schon zu Klagen in Amerika geführt hat. Tatsächlich werden Schäden bereits sichtbar, vor allem in der Landwirtschaft, die unter Gegenmaßnahmen von Handelspartnern zu leiden beginnt, die auf Zollerhöhungen der Amerikaner reagierten. Da die Farmer für Trump und seine Republikanische Partei eine wichtige Wählergruppe sind, kann der Präsident sich das nicht leisten.

De Standaard, Belgien

Umkehr zur rechten Zeit

Die Umkehr kommt zur rechten Zeit. Schließlich gab es in der Wirtschaft schon erste Opfer. Der amerikanische Autobauer General Motors senkte seine Gewinnerwartungen für dieses Jahr mit einem expliziten Hinweis auf die infolge des Handelskriegs gestiegenen Kosten für Stahl und Aluminium. An der Wall Street reagierten die Anleger deshalb nun erleichtert auf die Einigung in Washington.

Nepszava, Ungarn

Rückkehr zur Fairness?

Weder Juncker noch Trump hatten wohl einen derart konstruktiven Meinungsaustausch erwartet, geschweige denn eine so umfangreiche Einigung. Schließlich hatte es in den vergangenen Wochen und Monaten viele böse Worte, Drohungen und Beleidigungen auf beiden Seiten gegeben - in Washington und in Brüssel. Jetzt ist plötzlich nur noch von fairen Verhandlungen zum Vorteil beider Seiten die Rede.

Guardian, Großbritannien

Nicht sehr detailliert

Beide Seiten vereinbarten, dass der Streit vorerst nicht eskaliert werden soll und dass keine neuen Zölle verhängt werden. US-Präsident Trump und EU-Kommissionschef Juncker erklärten zudem, sie würden das Problem der von den USA verhängten Zölle auf Stahl und Aluminium lösen, mit denen der Streit begonnen hatte.

Ihre Erklärungen stellen zwar nach wochenlangem Stillstand einen Durchbruch dar, sehr detailliert aber sind sie nicht. Und angesichts Trumps bekannter Launenhaftigkeit könnte die Entspannung leicht zunichte gemacht werden, sobald ernsthafte Verhandlungen beginnen. Mit Blick auf Trumps bisherige Widersprüche und Richtungswechsel werden Skeptiker fragen, ob er ein glaubwürdiger Dealmaker ist. Im Handelsstreit mit China hatten US-Regierungsvertreter bereits zwei Mal Vereinbarungen erreicht, die dann aber von Trump zurückgewiesen wurden, samt Androhung einer weiteren Eskalation des Disputs. Der Abbau der Handelshemmnisse wäre eine außerordentlich komplexe politische Herausforderung auf beiden Seiten des Atlantiks.

Delo, Slowakei

Trump wird zum Problem

Der Welt bleibt ein Handelskrieg erspart. Juncker konnte die von Trump angedrohten Zölle von 25 Prozent auf europäische Autos abwenden.

Trumps Vorliebe für schnelle und radikale Lösungen wird während der nun anstehenden Verhandlungen zum Problem. Es wird nämlich dauern, bis die EU und die USA das gesamte System der Einfuhrabgaben zwischen den beiden Wirtschaftszonen neu definiert und sich auf eine Reform der Welthandelsorganisation verständigt haben werden.

Huanqiu Shibao, China

BRICS-Staaten sind nun gefordert

Angesichts des von US-Präsident Trump angezettelten Handelskrieges müssen die BRICS-Länder die Fahne des freien Welthandels hochhalten. Gemeinsam haben sie sich jeglichen protektionistischen Anwandlungen entgegenzustemmen. Die westlichen Länder, die Trump ebenfalls unter Druck setzt, sollten sich eigentlich darüber freuen. Dennoch betrachten sie den neu geschaffenen Club der BRICS-Staaten mit einer gehörigen Portion Skepsis.

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