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Ein Segen für die 3. Liga

Die fünf Ostklubs werden auch in dieser Saison für große Aufmerksamkeit sorgen, sportlich werden aber wohl andere der Maßstab sein

  • Von Chris Lugert, Köln
  • Lesedauer: 3 Min.

Voller Ekstase stürmen die Fans den Platz und suchen die Nähe zu ihren Aufstiegshelden - die sonst im Fußball verpönten Bengalos brennen auf den Rängen als Zeichen großer Glückseligkeit. Diese Szenen in Cottbus dokumentierten die ganze Sehnsucht eines gefallenen Aushängeschildes, das nun endlich den Weg zurück in den Profifußball geschafft hat. Wenige Sekunden zuvor hatte Energie in den Aufstiegsspielen gegen Weiche Flensburg die Rückkehr in die 3. Liga perfekt gemacht. Und dort will der Klub auch erst einmal bleiben.

»Das Saisonziel des FC Energie ist klar und deutlich kommuniziert: der Klassenerhalt«, sagt Geschäftsführer Normen Kothe entschlossen. Mit Cottbus bekommt das Sammelbecken der Ostvereine prominenten Zuwachs, wobei das eigentlich gar nicht stimmt. Mit Cottbus, Carl Zeiss Jena, dem FSV Zwickau, dem Halleschen FC und Hansa Rostock sind zwar immerhin fünf Klubs aus den neuen Bundesländern vertreten, vergangene Saison waren es aber noch sieben. Drei Ostklubs mussten oder durften wie die Liga verlassen.

Die Diskrepanz in der Entwicklung des Ostfußballs zeigte sich besonders stark in der vergangenen Drittligasaison. Während der 1. FC Magdeburg als Meister souverän aufstieg, mussten der Chemnitzer FC sowie Drittligadino Rot-Weiß Erfurt Insolvenz anmelden und nach neun Punkten Abzug den bitteren Gang in die Regionalliga antreten. Trotz überall vorhandener Fußballbegeisterung fehlt es oftmals an einer klaren Strategie oder an Kompetenz. Oder an beidem. In Cottbus führte dieser Cocktail innerhalb von sieben Jahren von der 1. Bundesliga in die Regionalliga.

Für die 3. Liga sind die Ostklubs aber durchweg ein Segen. In der vergangenen Saison führten Magdeburg und Rostock die Zuschauertabelle an. Die sieben Ostvereine gehörten allesamt zu den 13 Klubs mit den höchsten Zuschauerzahlen. Cottbus hatte in der Regionalliga einen Schnitt von 5256 Fans, das hätte in der 3. Liga bereits zu Rang elf gereicht. Vor allem die zahlreichen Derbys verschaffen der Liga eine hohe Aufmerksamkeit. Gleich am ersten Spieltag kommt es am Sonnabend zum Duell zwischen Zwickau und Halle sowie am Sonntag zum Aufeinandertreffen der beiden langjährigen Bundesligisten Cottbus und Rostock. In beiden Spielen ist mit vollen Stadien zu rechnen. »Selbstverständlich haben, schon wegen der Rivalität und lokalen Nähe, die Ostduelle für uns einen großen Stellenwert. In dieser Spielzeit sind es durch die Auf- und Abstiege allerdings deutlich weniger als zuvor«, sagte Kothe.

Sportlich ist zudem fraglich, ob einer der Klubs die Magdeburger Erfolgsgeschichte fortschreiben kann. Finanziell können die Ostklubs mit den großen Namen der Liga nicht mithalten. Mit Eintracht Braunschweig und dem 1. FC Kaiserslautern drängen zwei Schwergewichte auf den sofortigen Wiederaufstieg, hinzu kommen der gescheiterte Relegationsteilnehmer Karlsruher SC und die beiden ambitionierten Aufsteiger TSV 1860 München und KFC Uerdingen.

Schon in der vergangenen Saison klaffte hinter dem 1. FC Magdeburg ein großes Loch. Hansa Rostock spielte mit Platz sechs noch seine beste Saison seit dem Zweitligaabstieg 2012, alle anderen Vereine rangierten im Mittelfeld - oder stiegen ab. Hinzu kommt, dass es erstmals in der Geschichte der 3. Liga vier Absteiger geben wird. SID/nd

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