Werbung

BVG darf neue U-Bahnzüge kaufen

Siemens zieht seine Klage gegen eine Bestellung von 80 U-Bahnwagen beim Hersteller Stadler Pankow zurück. Das gaben der Elektrokonzern und die BVG in einer gemeinsamen Presseerklärung am Donnerstagabend bekannt. In einem ersten Schritt können bis zu 56 Wagen bestellt werden. Weiterhin wurde vereinbart, dass bis zu 24 weitere Wagen bestellt werden können, vorausgesetzt, dass bis Mitte kommenden Jahres bereits 49 oder mehr U-Bahn-Wagen der Serie F79 nicht mehr zur Personenbeförderung eingesetzt werden können. Ursprünglich sollten die zwischen 1979 und 1981 gebauten Fahrzeuge noch einmal instand gesetzt werden, doch angesichts von Rissen in den Trägern hält die BVG das für kaum machbar. Denn Aluminium, aus diesem Material sind die Wagenkästen, kann beim Schweißen mürbe werden. »Ich bin froh, dass die BVG und Siemens eine gute Lösung gefunden haben«, erklärt Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne).

Siemens hatte sich juristisch dagegen gewehrt, dass die BVG im vergangenen Jahr beim Konkurrenten Stadler unter Verweis auf eine Notlage 80 neue U-Bahn-Wagen für 115 Millionen Euro bestellt hatte. Der Fahrzeughersteller hatte zunächst Beschwerde bei der Vergabekammer des Landes eingelegt und dann vor dem Berliner Kammergericht geklagt. Die nun erfolgte Einigung ist allerdings kein Freifahrtschein für die Verkehrsbetriebe, künftig wieder so zu verfahren: »Wir treten auch künftig für Fairness und Chancengleichheit im Wettbewerb ein«, sagte Ernst Reuß, Leiter der U-Bahn-Sparte von Siemens.

Im aktuell gültigen Ferienfahrplan mit einem reduzierten Angebot kann sogar das bestellte Angebot gefahren werden. »Ich gehe allerdings davon aus, dass nach Ferienende wieder Fahrtausfälle an der Tagesordnung sein werden«, erklärt ein Werkstattmitarbeiter, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. Zwar sei die für große Untersuchungen zuständige Hauptwerkstatt derzeit gut aufgestellt, in den für den täglichen Unterhalt zuständigen Betriebswerkstätten hakt es aber nach wie vor gewaltig. Der überalterte und zu knappe Wagenpark ist sehr wartungsintensiv. Erschwert wird der Betrieb auch durch Personalmangel in der U-Bahn-Leitstelle, außerdem fehlen Fahrer. Die Krise der U-Bahn ist noch lange nicht überwunden.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Als unabhängige linke Journalist*innen stellen wir unsere Artikel jeden Tag mehr als 25.000 digitalen Leser*innen bereit. Die meisten Artikel können Sie frei aufrufen, wir verzichten teilweise auf eine Bezahlschranke. Bereits jetzt zahlen 2.600 Digitalabonnent*innen und hunderte Online-Leser*innen.

Das ist gut, aber da geht noch mehr!

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen und noch besser zu werden! Jetzt mit wenigen Klicks beitragen!  

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!