Werbung

Vom Handtuch bis zum Fernseher

Wie die Hotelbranche in Sachsen-Anhalt mit kleinen und großen Diebstählen durch Gäste umgeht

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Magdeburg. Bademäntel, Handtücher und Besteck mit Logos gehören in Sachsen-Anhalt zu den am häufigsten von Hotelgästen entwendeten Gegenständen. »Wobei man eigentlich sagen muss, dass alles mitgenommen wird, was nicht niet- und nagelfest ist«, sagte der Präsident des Landesverbandes Sachsen-Anhalt des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands, Michael Schmidt. Auch Fernseher und Radios seien schon verschwunden. Konkrete Angaben zu Fallzahlen oder Schadenshöhe konnte er nicht machen. »Der einzelne Betrieb entscheidet, ob er einen Diebstahl meldet.« Bei kleineren Delikten seien die Hoteliers oft eher kulant.

Auch die Klassiker - das Shampoo-Fläschen oder die Seife - stehen hoch im Kurs. »Da gibt es in der Branche aber durchaus die Diskussion, ob so etwas nicht eine Leistung ist, die zum Zimmer gehört«, sagte Schmidt. Um dem Schwund dennoch entgegen zu wirken, seien die meisten Häuser inzwischen dazu übergegangen, mit Spendersystemen zu arbeiten. Aber selbst daraus werden nach den Worten des sachsen-anhaltischen Dehoga-Präsidenten hin und wieder noch die Kartuschen mitgenommen. Weil in der Regel nicht befestigt, gehören auch Schirme zu oft entwendeten Gegenständen - vor allem, wenn sie ein Logo des besuchten Hotels tragen.

»Eine Mitnahme von Accessoires wird es immer geben, die Gesellschaft tickt eben so«, sagte Schmidt. Bei größeren Gegenständen werde sicher auch Anzeige erstattet. Wenn die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen dann eingestellt habe, werde der Schaden der Versicherung gemeldet. Denn oftmals müssen die Diebe keine Angst vor Strafverfolgung haben: Sie geben falsche Namen, Autokennzeichen oder Adressen auf den Meldezetteln an. »Nicht immer werden die Ausweise verlangt«, so Schmidt. Während ausländische Gäste ihren Pass oft freiwillig vorlegten, kämen von deutschen Besuchern zuweilen Sprüche wie: »Sind wir hier bei der Stasi?«

Wo die Sicherung von Gegenständen machbar sei, werde dies sicher auch getan, so Schmidt. Komplette Diebstahlsicherung sei aber gar nicht möglich, der Aufwand sei zu groß. »Es ist ein Risiko, auf das man eingeht«, meinte Schmidt, der in Naumburg Gasthof und Hotel betreibt. Den Schaden bezahlen - außer den Versicherungen - unterm Strich alle Gäste von Beherbergungsbetrieben. »Letztlich wird das alles auf die Zimmerpreise aufgeschlagen.« Wenn ein gestohlener Gegenstand mit einem Logo irgendwo gesehen werde, habe das unter Umständen aber sogar einen gewissen Werbeeffekt. dpa/nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Noch kein Abo?

Jetzt kostenlos testen!

14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt.

Kostenlos bestellen