Nachts unter der Brücke, tagsüber auf Jobsuche

Menschen aus Bulgarien dürfen in Deutschland arbeiten, Anspruch auf soziale Leistungen haben sie oft nicht

  • Von Rudolf Stumberger
  • Lesedauer: ca. 9.0 Min.

Die Wittelsbacher Brücke in München überquert in der Stadtmitte die Isar. Die steinernen Brückenpfeiler reichen in das trockene Hochwasserbecken hinein. Dort »wohnen« die Tagelöhner des 21. Jahrhunderts: Ismet (47), Valentin (53), Kasimir (43). Sie stammen alle aus Bulgarien und dürfen sich nach EU-Recht in Deutschland aufhalten und arbeiten. Anrecht auf Sozialhilfe haben sie nicht. Und auch eine Wohnung können sie sich in der Stadt mit den höchsten Mieten nicht leisten. So hausen die drei mit anderen Kumpels zusammen unter der Brücke. Auf herbeigeschleppten Matratzen und zwischen Stühlen und einem Tisch vom Sperrmüll. Mit Kerzen und Taschenlampen in der Nacht. Irgendwo steht dazwischen ein kleiner Rollkoffer und sogar eine Blumenvase mit Blumen. La Boheme im Jahr 2017? »Ich bin hier verloren« sagt Kasimir und zeigt zur Bekräftigung eine Plastiktüte mit Pfandflaschen. Davon lebt er. Oben, auf der Unterseite des Brückenbogens, haben sie...


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