Werbung

Europa knausert

Nelli Tügel über neue Fluchtrouten und alte Ideen

  • Von Nelli Tügel
  • Lesedauer: 2 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Was macht eigentlich Gerald Knaus? Während alle Welt über Mesut Özils Despotenselfie debattiert, hat der »Vater« des EU-Türkei-Deals eine »Idee«: ein zentrales Aufnahme- und Abschiebelager für Flüchtlinge in Spanien. Also im Grunde das, was die EU-Kommission auch will und - wenig sensibel - »kontrollierte Zentren« nennt. Nix Neues und doch: In Anbetracht des Sommers der Salvinis erscheint Knaus, der zumindest Seenotrettung gutheißt und Aufnahmezentren als »menschenwürdig« attribuiert, geradezu als Wahrer eines europäischen Restanstandes. Man muss allerdings beide Augen in Sachen Menschenrechte feste zudrücken, um in dem EU-Türkei-Deal ein Erfolgsmodell zu erkennen. Kann sein Architekt Ratgeber für eine »neue Flüchtlingspolitik« sein? Wohl kaum.

Die Verlagerung der Fluchtrouten nach Spanien - Hintergrund des von Knaus geäußerten Vorschlages - zeigt einmal mehr, dass Abschottung Tote produziert, aber an Migration nichts ändert. Diese hat es immer gegeben und wird es geben, selbst wenn die wohlfeilen Versprechen des »Helfens in den Herkunftsländern« eines Tages erfüllt sein sollten. Menschenrechte indes hat es nicht immer gegeben, gibt es nicht für jeden und wird es nicht mehr geben, wenn niemand für sie eintritt. Und »europäische Solidarität« von den Regierenden, wie allenthalben gefordert? Ein frommer Wunsch. Das muss die Zivilgesellschaft selbst in die Hand nehmen: Die »Seebrücke«-Proteste sind ein Hoffnungsschimmer in einem Europa, das mit Menschenrechten zunehmend knausriger wird.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Noch kein Abo?

Jetzt kostenlos testen!

14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt.

Kostenlos bestellen