Werbung

Rentenwert Ost nur minimal gestiegen

Rund um die Rentenerhöhung

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Nicht alle der rund 21 Millionen Rentner in Deutschland können die jüngste Erhöhung der Bezüge komplett behalten. Zehntausende werden wegen der aktuell höheren Renten zusätzlich steuerpflichtig.

Das Bundesfinanzministerium hatte schon Ende 2017 darauf verwiesen., dass 54 000 Rentner zusätzlich Einkommensteuer zahlen müssen. Somit werden insgesamt rund 4,4 Millionen Senioren steuerpflichtig sein - fast doppelt so viele wie 2005. Keine Steuern zahlen müssen jene, deren steuerpflichtiger Anteil der Rente unterhalb des Grundfreibetrags liegt (aktuell 9000 Euro), zuzüglich Werbungskostenpauschale von 102 Euro.

Zudem müssen Versicherungspflichtige Rentner prozentuale Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung zahlen. Mit der steigenden Rente steigen natürlich auch diese Beiträge.

Ost-West-Rentenangleichung soll bis 2024 erfolgen

Die Renten im Osten sollen weiter an das Westniveau angeglichen werden. Wegen eines Gesetzes von 2017 wird die Rentenanpassung in den neuen Ländern erstmals anders berechnet. Danach ist der Rentenwert Ost nunmehr minimal auf 95,8 Prozent (bisher 95,7 Prozent) gestiegen.

Der Rentenwert ist der Geldwert eines Entgeltpunkts, mit dem dann die Höhe der Rente errechnet wird. Bis 2024 soll er schrittweise auf 100 Prozent steigen, womit dann die Angleichung an das Westniveau vollzogen wäre.

Allerdings: Die Aufwertung der Berechnungsgrundlage für die Ostrenten wird dann im Gegenzug abgeschmolzen. Die im Schnitt niedrigeren Osteinkommen werden für die Rente dann nicht mehr ausgeglichen.

Gravierende Unterschiede in Ost- und Westdeutschland

Die meisten Männer im Westen erhalten eine monatliche Altersrente zwischen 1250 und 1300 Euro, im Osten zwischen 1000 und 1100 Euro (Stand 2016). An westdeutsche Frauen werden am häufigsten Renten zwischen 200 und 300 Euro gezahlt, im Osten am häufigsten zwischen 800 und 850 Euro.

Nur knapp zwei Drittel aller Einkommen der Seniorenhaushalte stammen aber von der gesetzlichen Rente. 2015 kamen Ehepaare im Westen auf ein monatliches Nettoeinkommen von im Schnitt 2572 Euro, alleinstehende Männer auf 1593 und Frauen auf 1422 Euro. Im Osten verfügten Ehepaare über 2257 Euro, alleinstehende Männer über 1389 und Frauen über 1370 Euro.

Ein getrübter Blick in die Rentenzukunft

Der Blick in Rentenzukunft ist getrübt: Die Rente gerät immer stärker unter Druck, weil das Älterwerden der Gesellschaft zu weniger Beitragszahlern, aber mehr Rentnern und längeren Rentenbezugszeiten führt.

Die Regierung setzt auf Vorschläge einer Rentenkommission, die für März 2020 angekündigt sind. Sie will die Rente »auskömmlich halten«. Das aktuelle Rentenpaket der Bundesregierung (siehe nebenstehend) soll 2019 in Kraft treten. Es sieht Verbesserungen bei der Mütterrente, für langjährig gering Verdienende und für gesundheitlich geschädigte Frührentner vor, die besonders von Altersarmut bedroht sind. Noch nicht vom Tisch ist eine Koppelung des Rentenalters an die steigende Lebenserwartung.

Keine Entlastung der Länder von DDR-Zusatzrenten

Ungelöst ist nach wie vor das Problem, das vor allem die ostdeutschen Ländern belastet: die Aufwendungen für Zusatz- und Sonderrenten, die aus den Länderhaushalten bestritten werden müssen. Hier wird vom Bund mehr Engagement gefordert. Laut Koalitionsvertrag soll der Bund seinen Anteil an den Aufwendungen »schrittweise« erhöhen und »die ostdeutschen Bundesländer entlasten«. Konkrete Zahlen fehlen allerdings.

Rund 1,3 Millionen Menschen bekommen Geld aus Sonder- und Zusatzrentensystemen der DDR. Anspruch haben Ex-Mitarbeiter von Armee oder Polizei sowie unter anderen Pädagogen, Ingenieure, Wissenschaftler oder Ärzte. Finanziert wird das nicht wie die reguläre Rente von der Rentenversicherung, sondern vom Staat: Die Zusatzrenten übernehmen der Bund zu 40 und die Länder zu 60 Prozent. Auf den Renten der DDR-Sonderversorgung, die es in den »bewaffneten Organen« gab, bleiben die ostdeutschen Bundesländer zu 100 Prozent sitzen.

Die Haushaltsposten für die Zusatzrenten sind erheblich: Sachsen rechnet für 2018 mit 832 Millionen Euro, Thüringen mit 440 Millionen Euro, Sachsen-Anhalt mit 430 Millionen Euro und Mecklenburg-Vorpommern mit 321 Millionen Euro. Brandenburg hat für 2018 etwa 507 Millionen und das Land Berlin 269 Millionen Euro vorgesehen. Mit Agenturen

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen