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Alles für die Glotze

Sieben Sportarten schließen sich zusammen, um aus dem Schatten des Fußballs zu treten

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Berlin. Los geht’s, und diesmal alle gemeinsam! Sonst ist bald auch der letzte Sportfan nur noch Fußballfan. Sieben Sommersportarten wagen ab diesem Donnerstag in Glasgow und Berlin ein Experiment und richten ihre Europameisterschaften zusammen kompakt an elf Tagen aus - im praktischen Häppchenformat fürs Fernsehen. Wenn Schwimmer, Ruderer, Triathleten, Golfer, Turner, Radsportler und Leichtathleten die Menschen schon nicht mehr in die Arenen locken können, dann doch wenigstens vor die Glotze.

Das, so sagen es die Programmmacher der öffentlich-rechtlichen Sender europaweit, geht nur noch im Block. »Große Verbände wie Leichtathletik, Turnen oder Schwimmen können sich in einem solchen komplexen Event deutlich besser präsentieren als mit einer einzelnen EM«, sagt sogar Dirk Schimmelpfennig, Leistungssportdirektor im Deutschen Olympischen Sportbund dem »nd«. Wer seine Fangemeinden bündelt, hat noch eine Chance gegen den verlässlichen Quotenbringer Fußball.

Die sieben Sportarten hoffen nun also, dass ihre jeweiligen Anhänger auch bei den anderen Disziplinen der Olympischen Spiele im Miniformat dranbleiben. Eine höhere Quote soll für alle Verbände und Athleten mehr Sponsoren und damit natürlich mehr Geld einbringen. Im Skispringen, Rodeln und Biathlon klappt das im Winter doch schließlich auch.

Doch kann das wirklich funktionieren? Drei Tage Triathlon sind immer noch keine 30 Tage Biathlon oder 300 Tage Fußball. Ohne regelmäßig übertragene und aufeinander abgestimmte Wettkampfserien dürfte jeder Erfolg der European Championships bestenfalls kurzfristig sein. Das ahnen wohl auch die Funktionäre der sieben EM-Sportarten. Um wenigstens einen kleinen Erfolg zu feiern, haben sie ihre Wettbewerbe vorsorglich in die Fußball-Sommerpause gelegt. oke Seiten 2 und 19

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