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Gut leben und arbeiten ohne Konzerne

Ulrike Henning über die ewigen Niedriglöhner im Osten

  • Von Ulrike Henning
  • Lesedauer: 1 Min.

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Der Osten bleibt weiter arm. Eine weitere Statistik, die das bestätigt, zeigt das aktuell am Beispiel der mittleren Gehälter in Kreisen und kreisfreien Städten. Das untere Ende dieser Liste liest sich wie eine kleine Heimatkunde Ostdeutschlands: Erzgebirgskreis, Vorpommern-Rügen, Havelland, Prignitz, Vogtlandkreis. Und so fort - teils liebliche, teils menschenleere Landschaften. Viele davon scheinen nur für einen Urlaub gut, vor wenigen Jahrzehnten gab es dort noch Betriebe, teils große Industriestandorte.

Der Rückstand zum westlichen Teil des Landes ist wieder aufgerissen. Ökonomen sagen für heute klipp und klar: Im Osten fehlen die Konzerne. Es gebe eher kleine und mittlere Betriebe, und die zahlten immer schlecht. Die Konzerne nehmen ihre nur für historisch kurze Zeit erzwungene Absenz offenbar noch immer übel und bestrafen das Land mit dem Absaugen der jüngeren, flexiblen Arbeitskräfte. Die Arbeitslosenquoten vom Juli in Ingolstadt und Görlitz verdeutlichen das Strafmaß: 1,8 Prozent steht gegen 8,3 Prozent.

Es erscheint mühselig, dagegen mit gewerkschaftlichen Mitteln vorzugehen, also etwa Tarifverträge durchzusetzen. Oder in der Politik für einen höheren Mindestlohn zu kämpfen. Kommen aber noch etwas Fantasie und Mut dazu, dann könnten in einigen Jahren Menschen hier und anderswo gut leben und arbeiten, obwohl sie keine Autos bauen.

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