Werbung

Kein Opfer, sondern Täter

Ulrike Kumpe über Alex Jones und seinen Versuch, sich zum Opfer zu stilisieren

  • Von Ulrike Kumpe
  • Lesedauer: 1 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

In einem Tweet schreibt der texanische Verschwörungstheoretiker Alex Jones, dass die Sperrung seiner Konten auf Facebook, Apple oder Youtube Zensur sei. Er schließt seinen Tweet mit den Worten ab: »Wir sind alle Alex Jones.« Die richtige Antwort darauf kann nur sein: »Nein, sind wir nicht!«

Jones ist kein Opfer eines Anschlages religiöser Fanatiker wie die Diskothekenbesucher in Paris, die Einkaufspassagenbesucher in Beirut oder die Redakteure der französischen Satirezeitschrift »Charlie Hebdo«, in dessen Kontext dieser Ausspruch via Twitter virulent wurde. Aus »Je suis Charlie« wurde schnell »Nous sommes tous Charlie«, wir sind alle »Charlie«. Es sollte ein Zeichen der Solidarität sein: mit den ermordeten Zeichnern, für die Hinterbliebenen. Es sollte auch ein solidarisches Zeichen für das sein, wofür die Zeitschrift stand, für eine kritische Auseinandersetzung mit der französischen Gesellschaft.

Eine solche Solidarität fordert Jones jetzt für sich ein. Er versucht sich gemein zu machen mit den Opfern von Hasspredigern, wie er selbst einer ist. Er fordert dafür Solidarität, weiter gegen Transgender, Muslime oder Migranten auf Online-Plattformen hetzen zu dürfen und dafür »Fake-News« als Wahrheit verbreiten zu dürfen. Also nein, wir sind nicht Alex Jones.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen