Werbung

Mit dem Segen Theodor Fontanes

Vor allem in Neuruppin und Potsdam wird im kommenden Jahr der 200. Geburtstag des Schriftstellers gefeiert

  • Von Wilfried Neiße
  • Lesedauer: 3 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) ist ein Langer Kerl, doch im Neuruppiner Predigerwitwenhaus begrüßte ihn am Mittwoch eine bewegliche Puppe, die ihn weit überragte, ihm beinahe segnend die Hand aufs Haupt legte.

Im kommenden Jahr wird der 200. Geburtstag des Schriftstellers Theodor Fontane gefeiert. Neuruppin, wo Fontane im Dezember 1819 zur Welt kam, bildet einen Schwerpunkt. Die Stadt bereitet sich intensiv darauf vor. Das ist nicht zu übersehen. In Neuruppin sind regelrechte Fontane-Festspiele geplant, als Playmobilfigur lädt Fontane in die Kulturkirche ein. »Wir wollen Kulturhauptstadt werden«, sagte selbstbewusst Uta Bartsch, die der künstlerischen Leitung der Festspiel-Organisation angehört. Zwischen dem 31. Mai und dem 10. Juni 2019 soll ein abenteuerlicher Mix aus Musik, Theater, Literatur, Performance und Film geboten werden. Unter dem Titel »Fontastische Zeiten« wollen Bürger Neuruppins an drei Sommersonntagen ihre Höfe für Besucher öffnen. Im Stadtmuseum, das erst vor wenigen Jahren einen aufwändigen Anbau bekam, wird die Leitausstellung zum Fontane-Jahr aufgebaut sein. Woidke freut sich schon auf das Fontane-Jahr. »Der Dichter war vielseitiger, als oft angenommen«, sagte Woidke. »Er war Korrespondent und Redakteur in England, Berichterstatter im deutsch-französischen Krieg und Theaterkritiker. Ich lade alle ein, die Angebote zu nutzen und auf den Spuren Fontanes Neues kennenzulernen.«

Museumsleiterin Maja Peers-Oeljeschläger kündigte an, Fontane modern und als »flotten« Autor präsentieren zu wollen, der erst mit 57 Jahren überhaupt begonnen habe, Romane zu schreiben. Es werde mehrere Veranstaltungen mit dem Ziel geben, die Jugend für Fontane zu begeistern. Als Journalist ist Fontane konservativ gewesen und hat den Adel verherrlicht, als Romanautor trat er ganz anders in Erscheinung. Bürgermeister Jens-Peter Golde empfing den Regierungschef im Museum und erklärte, Neuruppin sei untrennbar mit dem Werk Fontanes verbunden. Mit 1,4 Millionen Übernachtungen im vergangenen Jahr habe sich das Ruppiner Seenland einmal mehr als touristischer Anziehungspunkt erwiesen. Das historische Zentrum der Kreisstadt ist praktisch vollständig rekonstruiert und die Abwanderung »kein vorrangiges Thema« mehr, wie der Bürgermeister anmerkte. Das Potsdamer Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte wird auch eine Fontane-Ausstellung zeigen. Das Fontane-Jahr soll ferner geprägt sein von einem großen Kongress, den die Potsdamer Universität ausrichtet. Sie ist Trägerin des Fontane-Archivs. Archivleiter Peer Trilcke teilte mit, dass auch die Unterschiede in Fontane-Verfilmungen der DDR und der Bundesrepublik dabei zur Sprache kommen werden.

Universitätspräsident Oliver Günther bekannte, als 16-jähriger Schüler eher keinen Zugang zu Fontanes »Effi Briest« gefunden zu haben. Der Roman war Schullektüre. Nun wolle er es mit dem Roman »Der Stechlin« versuchen.

Der Ministerpräsident und der Universitätspräsident pflanzten gemeinsam im Garten des Archivs einen Birnenbaum, den sie angesichts der herrschende Hitze und Trockenheit anständig wässern mussten. Um Birnen geht es in dem berühmten Fontanegedicht »Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland«, um Birnen, die dieser Herr freigiebig verschenkte.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen