Werbung

Türkische Lira weiter im Tiefflug

US-Präsident ordnet Verdoppelung der Strafzölle an

  • Von Ulrich von Schwerin, Istanbul
  • Lesedauer: 3 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Dramatischer Tiefpunkt für die türkische Lira: Inmitten des erbitterten Streits mit den USA um einen inhaftierten Pastor verlor die türkische Währung am Freitag vorübergehend zwölf Prozent ihres Werts und erreichte erstmals die Marke von sechs Lira zum Dollar. Während die Sorgen über die Auswirkungen auf europäische Banken stiegen, kündigte Finanzminister Berat Albayrak ein »neues Wirtschaftsmodell« an.

Nachdem die Lira in den vergangenen Wochen massiv an Wert verloren hatte, stürzte sie in der Nacht zum Freitag um weitere zwölf Prozent ab und notierte zwischenzeitlich bei 6,25 zum Dollar.

Die Lira hat damit seit Jahresbeginn mehr als ein Drittel ihres Werts verloren. Getrieben wird die Talfahrt durch die Attraktivität des Dollars, die Investitionen in Ländern wie der Türkei weniger attraktiv macht. Auch wirken sich die US-Sanktionen gegen den Iran aus, mit dem die Türkei wirtschaftlich eng verbunden ist. Hinzu kommen Sorgen um die türkische Wirtschaftspolitik und außenpolitische Spannungen.

Besonders der Streit mit den USA um den in der Türkei inhaftierten US-Pastor Andrew Brunson beunruhigt die Märkte. US-Präsident Donald Trump verhängte vergangene Woche Sanktionen gegen zwei türkische Minister, nachdem ein Gericht das Verfahren gegen Brunson aufrechterhalten hatte. Ein Treffen am Mittwoch brachte keine Lösung.

Am Freitag verschärfte US-Präsident Donald Trump die Lage seinerseits weiter: Er ordnete eine Verdopplung der Strafzölle auf Stahl und Aluminium aus der Türkei an. »Unsere Beziehungen zur Türkei sind derzeit nicht gut«, schrieb Trump bei Twitter.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte zuvor ausländische Verschwörungen für den Sturz der Währung verantwortlich gemacht. Am Donnerstag rief er seine Anhänger auf, die »verschiedenen Kampagnen gegen die Türkei« zu ignorieren. Erdogan ist Gegner hoher Zinsen und hat die Zentralbank wiederholt zur Senkung aufgerufen. Als er im Juni ankündigte, die Geldpolitik stärker unter seine Kontrolle zu bringen, weckte er Zweifel an der Unabhängigkeit der Zentralbank. Dass er seinen Schwiegersohn Berat Albayrak zum Finanz- und Wirtschaftsminister ernannte, beunruhigte ebenfalls die Märkte. Die Zentralbank verzichtete zuletzt auf eine Leitzinsanhebung.

Wegen des Währungsverfalls wachsen die Sorgen über die Auswirkungen auf europäische Banken. Die »Financial Times« berichtete am Freitag, die Europäische Zentralbank prüfe die Auswirkungen auf Banken wie die spanische BBVA, die italienische UniCredit und die französische BNP Paribas, bei denen türkische Firmen und Banken hohe Schulden hätten. Am Freitagnachmittag wollte Finanzminister Albayrak ein »neues Wirtschaftsmodell« präsentieren, das die türkische Ökonomie stärken soll. AFP/nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen