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Mit dem Tourismus geht es bergauf

Zahl der Übernachtungen stieg seit 1992 von 4,6 Millionen auf mehr als 13 Millionen

  • Von Wilfried Neiße
  • Lesedauer: 3 Min.

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Wenn die Generalprobe danebengeht, dann ist die Premiere gut, heißt es im Theater. Bei der jährlichen Tourismusreise des Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD) stand eigentlich eine Schiffsreise von Neuruppin aus über den Ruppiner See auf dem Programm. Stunden zuvor musste dieser Programmpunkt wegen eines Maschinenschadens abgeblasen werden.

Doch der Motor des brandenburgischen Tourismus stottert nicht. Bei den Übernachtungen wird erneut ein Plus verzeichnet, ein Plus von 7,8 Prozent. Allein von Januar bis Mai 2018 haben 4,61 Millionen Gäste übernachtet, wobei nur die Hotels und Herbergen mit wenigstens zehn Betten in die Berechnung eingehen. Mit 362 000 Übernachtungen hat sich die Zahl ausländischer Gäste sogar um fast 13 Prozent erhöht. Im Schnitt bleiben die Gäste 2,6 Tage in ihrer brandenburgischen Unterkunft.

Im vergangenen Jahr sind erstmals mehr als 13 Millionen Übernachtungen gezählt worden und 4,9 Millionen Gäste. Mit 2,2 Millionen Übernachtungen hatte das Seenland Oder-Spree erneut die meisten Buchungen, gefolgt vom Spreewald mit 1,8 Millionen, dem Ruppiner Seenland mit 1,5 Millionen und dem Fläming mit 1,2 Millionen Übernachtungen. Die Stadt Potsdam durfte 1,2 Millionen Besucher begrüßen. Alle Regionen verzeichneten einen Zuwachs.

Als Reiseziel beliebt ist Brandenburg nach wie vor bei Polen, die die größte Gruppe unter den ausländischen Besuchern stellen und die für 63 900 Übernachtungen sorgten, was einem Plus von 18,7 Prozent entspricht. Den prozentual höchsten Zuwachs gab es bei den Tschechen, die 17 250 Übernachtungen in brandenburgischen Hotels und Pensionen buchten, was ein Plus von 41 Prozent bedeutet. Im Reigen der ausländischen Touristen vertreten sind auch die Niederländer (30 500 Übernachtungen), die Briten (24 000 Übernachtungen), die Dänen (18 500 Übernachtungen), die Österreicher (15 200 Übernachtungen), die Schweizer (14 100 Übernachtungen) und die Schweden (knapp 11 000 Übernachtungen).

Seit 1992 hat sich die Zahl der Übernachtungen von 4,6 Millionen auf mehr als 13 Millionen erhöht. Mitgedacht werden muss dabei noch der sogenannte graue Markt der Herbergen mit weniger als zehn Betten. Diese Herbergen werden in der Statistik nicht beachtet. Sie spielen im Bundesland aber eine durchaus bedeutende Rolle. Fachleute gehen davon aus, dass 25 Prozent der Übernachtungen in Brandenburg in solchen kleinen Herbergen erfolgen.

Mit inzwischen mehr als 100 000 Beschäftigten bezeichnet sich die Tourismusbranche selbst als Jobmotor für Brandenburg. Als Bruttowertschöpfung werden 3,4 Milliarden Euro angegeben. Tatsächlich wurden hier erstmals die Werte erreicht, die sich die Landesregierung bereits vor Jahrzehnten vorgenommen hat. Der Pferdefuß dabei: Für hohe Gehälter ist der Tourismus nicht bekannt, die Einkommen sind eher unterdurchschnittlich. Das ist erst durch die Einführung des Mindestlohns und durch den dramatischen Rückgang der Lehrlingszahlen ein wenig korrigiert worden. Weil es die Massenarbeitslosigkeit der 1990er Jahre heute nicht mehr gibt, sind nicht mehr so viele Menschen bereit, für wenig Geld die übliche Schichtarbeit im Gaststätten- und Hotelgewerbe auf sich zu nehmen. Das hatte bessere Lohnangebote zur Folge.

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