Werbung

Schlechter Stern

Ärger um Ruhrtriennale

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Die Ruhrtriennale ist der löbliche Versuch, die alte Schwerindustriezone im Westen schöngeistig anzuhauchen. Heuer aber steht sie unter einem schlechten Stern. Erst lud man die Band Young Fathers aus, weil sie vor dem Hintergrund des Nahostkonflikts für einen kulturellen Boykott Israels eintritt, dann lud man sie wieder ein und dann sagte sie selbst ab. Und nun folgt ein unglücklicher Vorgang um das Hezarfen Ensemble: Nachdem der Kölner Schriftsteller Dogan Akhanli den türkischen Musikern vorgeworfen hatte, in ihrer Programmankündigung den Völkermord an den Armeniern zu verharmlosen, sagten diese ab.

Das Ensemble wollte sich in seinem Programm »Music of Displacement« mit dem »Schicksal von Menschen und Völkern nah an den Grenzen der Türkei« musikalisch auseinandersetzen, die »aufgrund von Krieg und Umsiedlungen vertrieben wurden«. Als Beispiele wurden die »Umsiedlungen von Armeniern, Griechen und Türken zwischen 1915 und 1923« genannt. Anstoß nimmt Akhanli am Begriff »Umsiedlung«, der in der Türkei systematisch dazu diene, den Genozid zu verleugnen. Am Dienstag wurde nach den von der »Welt« verbreiteten Vorwürfen zunächst offenbar die Ankündigung dergestalt modifiziert, dass vom »unermesslichem Leid durch Vertreibungen und Umsiedlungen« die Rede ist. Dann folgte die Absage der Musiker.

»Unsere sorgfältige Arbeit, bevor sie überhaupt gehört oder gesehen wurde, wird für politische Schlagworte und Manipulationen verwendet«, erklärt das Ensemble. Es gebe »falsche Urteile und Annahmen über uns«, einfach »weil wir ein Ensemble aus der Türkei sind«. nd mit dpa

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Noch kein Abo?

Jetzt kostenlos testen!

14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt.

Kostenlos bestellen