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Viele Tote bei Brückeneinsturz

Tragödie in der italienischen Stadt Genua

Genua. Beim Einsturz einer Autobahnbrücke in Genua sind am Dienstag mindestens 22 Menschen ums Leben gekommen. Es sei zu befürchten, dass die Zahl weiter steige, sagte der stellvertretende italienische Verkehrsminister Eduardo Rixi dem Fernsehsender Sky TG24. Die vierspurige Morandi-Brücke im Westen der Stadt war gegen Mittag auf einer Länge von rund 200 Metern eingestürzt und hatte dabei Autos und Lastwagen mit in die Tiefe gerissen.

Italiens Verkehrsminister Danilo Toninelli sprach von einer »entsetzlichen Tragödie«. »Ich beobachte mit größter Besorgnis, was in Genua passiert ist und was wie eine gewaltige Tragödie aussieht«, schrieb der Politiker von der Partei Fünf Sterne bei Twitter. Innenminister Matteo Salvini von der rechtspopulistischen Lega dankte den Rettungskräften für ihren schnellen Einsatz.

Am Unglücksort bot sich ein Bild der Verwüstung: In der zur A10 gehörenden Morandi-Brücke klaffte eine riesige Lücke. Laut der Feuerwehr stürzten die Trümmer auf Bahngleise. Bei dem unter der Brücke liegenden Stadtteil handelt es sich um ein von Industrie und Gewerbe geprägtes Gebiet.

Die Rettungskräfte waren im Großeinsatz. Retter suchten mit Hilfe von Spürhunden nach weiteren Opfern. Auf Bildern waren von tonnenschweren Trümmern zerquetschte Fahrzeuge zu sehen. Rettungsmannschaften hätten mindestens zwei Überlebende aus den Trümmern gezogen. Mehrere Lastwagen seien im Fluss Polvecera gelandet. In der Nähe der Brücke seien nach dem Einsturz vorsichtshalber Häuser evakuiert worden.

Der jüngste Einsturz ist eines der schwersten Brückenunglücke in Italien seit Jahren. Die Infrastruktur des Landes ist nach jahrelanger Wirtschaftskrise stellenweise stark überholungsbedürftig. Im März des vergangenen Jahres starb ein Paar, als bei Ancona an der Adriaküste eine über eine Autobahn führende Brücke auf ihr Auto stürzte. Im Oktober 2016 wurde ein Rentner in seinem Auto auf einer Schnellstraße zwischen Mailand und Lecco von Brückenteilen tödlich getroffen.

Das Polcevera-Viadukt in Genua, das umgangssprachlich nach seinem Planer Riccardo Morandi benannt ist, ist eine innerstädtische Autobahnbrücke. Das Viadukt hat eine Gesamtlänge von 1182 Metern. Die Schrägseilbrücke im Westen der Stadt wurde 1967 fertiggestellt. Sie bildet den Beginn der Autobahn 10 von Genua nach Ventimiglia, die entlang der italienischen Riviera durch Ligurien bis zur französischen Grenze verläuft. AFP/nd

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