Mal Sonnenschein, mal Achse des Bösen

Die Korea-Politik der Republik im Süden war stets eine Geisel der Ostasienpolitik im Weißen Haus

  • Von Rainer Werning
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.
Paju: Grundschüler hängen an einem Zaun des Imjingak-Pavillons, nahe der Grenze zu Nordkorea, Bänder mit dem Wunsch zur Wiedervereinigung der beiden Koreas auf.

Innen- wie außenpolitisch durchlebten die Republik Korea (Südkorea) und die Demokratische Volksrepublik Korea (Nordkorea), die am 15. August und am 9. September den 70. Jahrestag ihrer jeweiligen Staatsgründung feiern, bisher ein überaus turbulentes Jahr. Für beide Staaten standen die Zeichen im Herbst 2016 auf (Wieder-)Annäherung und Entspannung. Anfang 2017 zog jedoch mit Donald Trump ein Mann ins Weiße Haus ein, der sich selbst zum »Schutzherrn« des im Kalten Krieg als »antikommunistischer Frontstaat« gehätschelten Südkorea berufen fühlte. Trump intervenierte viel heftiger sein Vorgänger, und die Stimmung kippte.

Zumindest vorerst - für Nordkorea Anlass, sein ambitioniertes Nuklearprogramm weiterzuentwickeln, verstärkt Raketentests durchzuführen und mit dem Abschuss einer Interkontinentalrakete vom Typ »Hwa-song 15« am 28. November seinen Anspruch auf die weltweite Atommacht Nummer 9 zu untermauern. Und dann seit dem Jahreswech...

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