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Raserprozess: Beschuldigte schweigen

Im zweiten Prozess nach einem illegalen Autorennen auf dem Kudamm mit einem unbeteiligten Todesopfer haben beide Raser die Aussage verweigert. Die 29 und 26 Jahre alten Angeklagten ließen am ersten Verhandlungstag am Landgericht Berlin am Dienstag über ihre Anwälte erklären, sie würden sich nicht äußern. Den Männern wird gemeinschaftlicher Mord vorgeworfen. Sie sollen in der Nacht zum 1. Februar 2016 bei dem Rennen auf dem Kudamm einen 69-Jährigen tot gefahren haben. Die erste Verurteilung wegen Mordes hatte der Bundesgerichtshof (BGH) aufgehoben. Das Landgericht hatte im Februar 2017 bundesweit das erste Mal in einem Raser-Fall lebenslange Freiheitsstrafen wegen Mordes verhängt. Der BGH sah aber den bedingten Tötungsvorsatz als nicht ausreichend belegt an. Angeordnet wurden eine neue Beweisaufnahme und eine rechtliche Bewertung. Nun soll der Fall neu aufgerollt werden. Noch vor Feststellung der Personalien und Verlesung der Anklage startete der Prozess mit einem Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter Peter Schuster. Der Verteidiger des 26-Jährigen, Rainer Elfferding, warf diesem vor, für ihn stehe bereits ein Mordurteil fest. Er warf Schuster eine unverhohlene Missbilligung der BGH-Entscheidung vor. Der Verteidiger bezog sich auf Begründungen Schusters in einem Beschluss, den jüngeren Angeklagten nicht aus der U-Haft zu entlassen.

Über den Antrag muss eine andere Kammer des Landgerichts entscheiden. Richter Schuster setzte die Verhandlung trotz Widerspruchs des Verteidigers fort. Der Sohn des Opfers, Maximilian Warshitsky, tritt in dem Prozess als Nebenkläger auf. Der 37-Jährige teilte mit, er hoffe auf eine Bestätigung des Mordurteils. Raser würden mit ihrer Selbstüberschätzung das Schicksal anderer außer Acht lassen. dpa/nd

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