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  • Warnung des Kinderschutzbund

Schwimmer braucht das Land am Meer

In Schleswig-Holstein kann nur jeder zweite Viertklässler schwimmen

  • Von Dieter Hanisch
  • Lesedauer: 2 Min.

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Es ist ein scharfer Kontrast zum auch in Schleswig-Holstein herrschenden »Jahrhundertsommer«: Ausgerechnet im Land zwischen den Meeren kann nur jeder zweite Viertklässler schwimmen. Mit dieser alarmierenden Zahl ging in dieser Woche der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) in Rendsburg an die Öffentlichkeit.

Die Strände sind voll, die Badeanstalten, Freibäder und Binnenseen überlaufen, aber zwischen Lauenburg und Flensburg finden immer seltener Schwimmkurse statt, gibt es immer weniger Schwimmunterricht. Zum Auftakt einer landesweiten Aufklärungs- und Werbekampagne appellierte der DKSB an Eltern sowie an die Landespolitik, die Grundschüler wieder zielgerichteter ans Schwimmen heranzuführen. Die rückläufigen Zahlen sind laut DKSB auch ein Spiegel sozialer Verhältnisse, denn viele Eltern können es sich einfach nicht leisten, die Gebühren für außerschulische Schwimmkurse zu bezahlen.

Neben der Tatsache, dass vielerorts händeringend nach Schwimmlehrern gesucht wird, gibt es ein zweites gravierendes Problem: Fast jede vierte der knapp 400 Grundschulen im Land besitzt überhaupt keine Möglichkeit mehr, Schwimmunterricht anzubieten, weil es schlichtweg kein Schwimmbad mehr in Schulnähe gibt oder wenn doch dort keinerlei freie Kapazitäten zur Verfügung stehen. In den vergangenen Jahren haben zudem einige Schwimmbäder aus wirtschaftlichen Gründen ihren Betrieb eingestellt. Andere müssten dringend saniert werden. Beim DKSB kommentiert man sarkastisch: Wenn aktuell Bäder wegen Sanierungsarbeiten geschlossen bleiben, dann bestehe wenigstens die Gewissheit, dass sie nicht dem Sparzwang zum Opfer fallen.

Die Landesregierung aus CDU, FDP und Grünen in Kiel hat ein ehrgeiziges Ziel in ihrer Koalitionsvereinbarung formuliert: Sie möchte bis zum Ende der Legislaturperiode erreichen, dass alle Schüler mit Abschluss der vierten Klasse schwimmen können. Eka von Kalben, Fraktionsvorsitzende der Grünen, mahnt dafür die Erstellung eines Masterplanes an, sagt allerdings nicht, wie dieser genau aussehen soll.

Achim Haag, der Präsident der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft, erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass das »Seepferdchen«-Frühschwimmer-Etikett noch kein Beleg dafür sei, dass ein Kind tatsächlich sicher schwimmen kann. Dies sei erst beim Jugendschwimmabzeichen in Bronze der Fall und den dafür zu beherrschenden Disziplinen. Hierbei müssen in 15 Minuten mindestens 200 Meter geschwommen werden.

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