Werbung

Ein Stück weit Sozialabbau

Simon Poelchau über die Koalitionspläne, die Arbeitslosenbeiträge zu senken

  • Von Simon Poelchau
  • Lesedauer: 1 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Erinnert sich noch jemand an das Arbeitslosengeld Q? Damit wollte der letzte SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz vor allem älteren Menschen die Chance geben, sich im Falle einer Arbeitslosigkeit weiterzubilden und länger Arbeitslosengeld statt Hartz IV zu beziehen. Dafür hätte es natürlich mehr Geld für die Bundesagentur für Arbeit (BA) gebraucht.

Eineinhalb Jahre später ist davon nicht mehr die Rede. Stattdessen gibt Bundesarbeitsminister und SPD-Mann Hubertus Heil dem Drängen der Union nach und will die Arbeitslosenbeiträge über das im Koalitionsvertrag festgeschriebene Maß hinaus absenken, was ein Einnahmenverlust für die BA bedeutet. Manch ein Angestellter wird sich jetzt vielleicht über das künftige Plus im Portemonnaie freuen. Doch letztlich wird er sich davon nicht viel leisten können. Wer sich hingegen freuen kann, ist sein Chef, der dadurch weniger Sozialabgaben leisten muss. Und wenn er mal seinen Angestellten feuert, dann hat der wiederum das Nachsehen. Denn dann fehlt der Bundesagentur das Geld, ihm eine gute Weiterbildung zu zahlen.

Insofern trägt mal wieder ein SPD-Minister zum Sozialabbau bei. Auch wenn das derzeit vielleicht wenige juckt, weil die Konjunktur noch gut läuft, können doch bald wieder schlechtere Zeiten kommen, in denen eine gut ausgestattete Bundesagentur für Arbeit nötig sein wird.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen