Werbung

Pokalpleite 91 Tage nach dem großen Triumph

Den Fußballern von Eintracht Frankfurt fehlte in Ulm die Leidenschaft

  • Von Thomas Häberlein, Ulm
  • Lesedauer: 3 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Nach dem zweiten Desaster innerhalb von sechs Tagen besaßen die Spieler von Eintracht Frankfurt immerhin noch den Anstand, auf die Kurve ihrer Anhänger zuzugehen. Unmut bekamen sie von dort aber nicht zu hören - das Entsetzen über das 1:2 (0:0) beim Viertligisten SSV Ulm 1846 war offenkundig so groß, dass es eine lähmende Wirkung auf die Fans hatte. 91 Tage nach dem grandiosen Triumph im Endspiel um den DFB-Pokal sind Eintracht Frankfurt und seine Anhänger schon wieder am Boden angekommen.

Erst das 0:5 im Endspiel um den Supercup gegen den FC Bayern München, den im Pokalfinale so grandios besiegten Rekordtitelträger - nun die Blamage beim Tabellendritten der Regionalliga Südwest: Als erster Pokalsieger seit 22 Jahren ist Frankfurt schon beim ersten Schritt zur Titelverteidigung gescheitert. »Gegen den FC Bayern kann man verlieren«, sagte Trainer Adi Hütter, »dass wir hier verlieren, ist enttäuschend, da braucht man nicht um den heißen Brei rumzureden«.

Nein, beschönigen wollten sie bei der Eintracht in der Tat nichts. Danny Da Costa etwa sagte: »Es gibt kaum ein Wort, das beschreiben kann, wie schlecht wir uns angestellt haben.« Der genervt wirkende Sportdirektor Bruno Hübner betonte mehrfach, wie »enttäuschend« das Ausscheiden sei, dass »man bei einem Viertligisten nicht verlieren darf« und dass »man das nicht schönzureden braucht«. Trainer Hütter sagte mit leiser Stimme: »Dass ich mir das anders vorgestellt habe, ist klar.«

Die Eintracht hatte jede Menge Chancen: Bei Schüssen von Luka Jovic (37.) und Juan De Guzmann (65.) stand jedoch der Pfosten im Weg, den Treffern von Jovic (40.) und Sebastien Heller (60.) versagten die Schiedsrichter um Timo Gerach (Landau) wegen Abseits die Anerkennung. Im Fall von Jovic wohl zu Unrecht. Sportvorstand Fredi Bobic aber wollte das nicht als Ausrede gelten lassen. »Für mich gab es zu wenig Wille und Galligkeit, diese Tore zu machen«, sagte er.

Auch Makoto Hasebe monierte die Einstellung, er habe, »keine Leidenschaft« gesehen. Hübner versicherte, schon beim Bundesligaauftakt am kommenden Samstag in Freiburg »werden wir ein anderes Gesicht zeigen«. Aber welches? Die Eintracht wirkt nicht homogen, das Gerüst ist nach Abgängen wie jenen von Kevin-Prince Boateng instabil. »Wir müssen eine neue Mannschaft aufbauen. Das geht alles nicht von heute auf morgen«, sagte Hütter.

Der Ulmer Trainer Holger Bechthaler, bislang bei der U19 von Red Bull Salzburg beschäftigt, ist da weiter: Seine Mannschaft wirkte nach bereits vier Spielen in der Regionalliga Südwest gut eingespielt. Die Tore für den früheren Bundesligisten, der seit dem Abstieg 2000 einen Lizenzentzug und drei Insolvenzen hinter sich hat, die letzte erst im Jahr 2014, erzielten Steffen Kienle (48.) und Vitalij Lux (75.). Goncalo Pacienca (90.) verkürzte nur noch.

Es war übrigens nicht die erste Sensation in Ulm: Bei ihrer letzten Pokalteilnahme vor mittlerweile 17 Jahren hatten die Gastgeber als Fünftligist den damaligen Erstligisten 1. FC Nürnberg besiegt. Das ist bis heute einmalig in der Geschichte des Wettbewerbs. SID/nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen