Werbung

»Ob sie spaltet, werden wir sehen«

Wagenknechts Sammlungsbewegung erhitzt die Gemüter gerade in ihrer eigenen Partei

  • Von Uwe Kalbe
  • Lesedauer: 3 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Für Ludger Volmer scheint sich mit der Idee einer Sammlungsbewegung eine neue gesellschaftspolitische Chance aufzutun. Volmer, der einst ein linker Kopf bei den Grünen war, 1991 bis 1994 Sprecher (Vorsitzender) seiner Partei war und als Staatsminister im Außenministerium in der rot-grünen Neo-Realopolitik aufging, ist heute von seiner Partei enttäuscht. »Den Grünen heute geht es nicht mehr um die Bekämpfung struktureller Armut, sondern um die Verschönerung des bürgerlichen Lebens«, sagte Volmer dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Damit kann Wagenknecht auf einen strategischen Kopf mehr verweisen. Ausgerechnet in ihrer eigenen Partei aber, für die Wagenknecht neben Dietmar Bartsch als Fraktionschefin im Bundestag sitzt, schlägt ihr beträchtliches Misstrauen entgegen. Am Wochenende ließ sich Bernd Riexinger, Vorsitzender der LINKEN, von der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung« mit den Worten zitieren: »Das ist kein Projekt der Partei Die LINKE. Es ist ein Projekt von Einzelpersonen.« Und Dietmar Bartsch nannte es gegenüber der Zeitung ein Problem, »dass Oskar Lafontaine und Sahra Wagenknecht nicht zwingend für die Zusammenführung von Linken stehen«. Auch der Vorsitzende der Linksfraktion im Brandenburger Landtag, Ralf Christoffers, will sich nicht an der Sammlungsbewegung beteiligen. Sie sei »nicht das richtige politische Instrument«, um das Ziel umzusetzen, eine soziale Entwicklung in Deutschland politisch mehrheitsfähig zu machen, sagte er im Sommerinterview mit dem rbb-Fernsehmagazin »Brandenburg aktuell«. »Ob sie spaltet, werden wir sehen.« Im Augenblick sehe er das allerdings noch nicht.

Ablehnende Stellungnahmen finden sich auch auf der Internetseite der Antikapitalistischen Linken, wo Thies Gleiss als einer der Köpfe der Strömung das Projekt »Aufstehen« kritisiert. Dieses werde gegenüber dem Rest der Partei als Geheimprojekt verfolgt. Das sei eine »völlig absurde Konstellation«. Wagenknecht habe mit der Sammlungsbewegung »nicht nur zu einer völligen Verwerfung und Neuaufstellung der verschiedenen politischen Kräfte in der LINKEN und vor allem in der Fraktion geführt, sondern bereits jetzt auch zu einer gewissen Lähmung der Partei, vom Absturz beim Niveau der Auseinandersetzung ganz zu schweigen«.

Hingegen rief der parteiinterne Zusammenschluss Marxistisches Forum seine Mitglieder zur Unterstützung der Bewegung auf. Das Forum sehe in der Sammlungsbewegung die »Chance, eine Stärkung von fortschrittlichen gesellschaftlichen Diskursen und eine Stärkung der außerparlamentarischen Bewegung von links zu organisieren«. Ziel müsse es dabei sein, gemeinsam mit Gewerkschaften, Sozial- und Umweltverbänden, Mieterinitiativen, Flüchtlings- und Migrationsinitiativen, »aber vor allem auch mit den vielen Betroffenen des neoliberalen Gesellschaftsumbaus außerparlamentarischen Druck zu organisieren, um andere gesellschaftliche Mehrheiten zu erreichen«. Das Marxistische Forum listet überdies eine ganze Reihe von Themen auf, mit denen es sich in die Debatten und Aktionen einzubringen gedenkt. Die Stärkung linker Kräfte eröffne die Chance, AfD und neurechte Bewegungen zurückzudrängen. Mit Agenturen

Münzenbergforum

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Noch kein Abo?

Jetzt kostenlos testen!

14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt.

Kostenlos bestellen