Big Brother in Moskau

160.000 Kameras beobachten die Bevölkerung

  • Von Nicolas Šustr, Moskau
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.

Ein kleiner Junge läuft zum Bus, einen Fußball unterm Arm. Der Ball rollt ihm weg, unter ein geparktes Auto. Wie Kinder so sind, bemerkt er es nicht einmal, steigt später noch in die U-Bahn um. Zwischenzeitlich wird das falsch geparkte Auto abgeschleppt und der Ball kommt zum Vorschein. Als der Junge am Fußballstadion aussteigt, drückt ihm ein Beschäftigter der Verkehrsbetriebe den Fußball wieder in die Hand. Der Nachwuchsfußballer hatte den Verlust nicht einmal gemeldet.

Es ist ein Werbefilm der Stadt Moskau. Die Botschaft: Willkommen in der Smart City, in der nicht mal ein Ball verloren geht. Die technischen Voraussetzungen sind gegeben. 160 000 Kameras überwachen Straßen, Plätze, U-Bahnhöfe, Busse und Straßenbahnen und sogar die Hauseingänge, heißt es stolz im Smart City Pavillon. Er wurde eigens gebaut auf dem Gelände der einstigen Allunionsausstellung, offiziell Ausstellung der Errungenschaften der Volkswirtschaft. Dort, wo e...


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