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Neue Bewährungsprobe

Der Videobeweis wurde noch einmal überarbeitet - doch die Debatte darüber bleibt

  • Von Florian Lütticke
  • Lesedauer: 3 Min.

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Im DFB-Pokal brauchten die Außenseiter erst gar nicht auf Hilfe aus dem Kölner Videokeller zu hoffen. Die meterweite Abseitsstellung von Kölns Simon Terodde und der Wischer von Bayerns Franck Ribéry ins Gesicht seines Gegenspielers blieben ungesühnt - erst ab dem Viertelfinale kommt der Videobeweis zum Einsatz. Mit umso mehr Spannung wird nach den viel diskutierten Entscheidungen im Supercup vor zwei Wochen das Bundesligadebüt der Neuerungen für das technische Hilfsmittel am ersten Spieltag erwartet.

Mit kalibrierten Abseitslinien und mehr Informationen für Fernsehzuschauer und Stadionbesucher wollen der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball Liga für mehr Gerechtigkeit und eine höhere Akzeptanz des Videobeweises sorgen. »Ich bin gespannt, wie es in der Umsetzung funktioniert«, sagte der Ex-Schiedsrichter Markus Merk über die virtuellen Linien zur Klärung der Abseitsfrage. »Bei der WM wurde die Abseitslinie nur in zwei oder drei Fällen gebraucht und auch da war sie einmal zweifelhaft.« Allein in der Rückrunde der Bundesligavorsaison waren es hingegen 40 Situationen.

Bei besonders knappen Entscheidungen soll nun also eine 3D-Abseitslinie helfen. Nach einem anfangs chaotischen ersten Jahr der Videobeweisära in der Liga rechnen die meisten Fans nun mit weniger Streitfällen. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov antworteten zumindest 38,6 Prozent der Befragten, dass sie weniger Kontroversen erwarten. Jeweils knapp ein Drittel verneinte dies hingegen (29,5 Prozent) oder machte keine Angabe (31,9 Prozent).

Schon im Duell von Meister Bayern München mit Pokalsieger Eintracht Frankfurt stand die Kernfrage jedoch erneut im Fokus der Dauerdebatte: Was ist eine klare Fehlentscheidung - und wann genau kommt der Videobeweis zum Einsatz? So schon musste Schiedsrichterchef Lutz Michael Fröhlich eine falsche Einschätzung des Unparteiischengespanns um Marco Fritz kommentieren. Nach einem Foul von Bayerns Verteidiger Mats Hummels als letzter Mann wäre Rot statt Gelb korrekt gewesen - der Videoassistent hätte also eigentlich eingreifen müssen. »Wir brauchen in den relevanten Situationen klare Abläufe und korrekte Entscheidungen«, sagte der sportliche Leiter der Schiedsrichter beim DFB.

Damit diese auch beim Zuschauer ankommen, wird unter anderem der bei der Weltmeisterschaft eingesetzte geteilte Bildschirm mit drei verschiedenen Einstellungen im Fernsehen zu sehen sein. Im Stadion gibt es auf den Leinwänden Texte - aber anders als während des Weltturniers in Russland keine Videoeinblendungen.

Die Bundesliga sei »bei der Technik und den Menschen, die sie bedienen, noch einen Schritt weit entfernt«, sagte Ex-Referee Merk. »Eins darf man dabei auch nicht vergessen: Wenn ein Bild gezeigt wird, dass für den Zuschauer nicht stimmig ist, kann die Eskalation im Stadion ins Uferlose gehen. In puncto Transparenz ist es insgesamt aber ein absolut notwendiger Schritt.« dpa/nd

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