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Plötzlich außerirdisch

Vor 40 Jahren flog der Vogtländer Sigmund Jähn als erster Deutscher ins Weltall

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Berlin. Als Sigmund Jähn am 26. August 1978 mit dem sowjetischen Raumschiff Sojus 31 in Richtung Weltraumstation Salut 6 startete, war das ein technischer und ein politischer Paukenschlag. Ein technischer, weil bei dieser Expedition die legendär gewordene Multispektral-Kamera aus dem Jenaer Zeiss-Kombinat erstmals eingesetzt wurde. Ein politischer, weil die DDR der Bundesrepublik beim Wettlauf ins All zuvorgekommen war. Der NVA-Offizier Jähn war nach einem tschechoslowakischen und einem polnischen Kollegen der dritte Kosmonaut aus einem osteuropäischen Land, der am sowjetischen Raumfahrtprogramm teilnahm.

Dem »Neuen Deutschland« war der Raumflug von Jähn und seinem Partner Waleri Bykowski vor genau 40 Jahren eine Sonderausgabe am Sonntag wert. Wochenlang waren diskret Vorbereitungen getroffen worden, damit die DDR-Medien ausführlich berichten konnten. Die Schlagzeile auf dem ND-Titel ist bis heute in Erinnerung: »Der erste Deutsche im All ist ein DDR-Bürger«.

Mit der Auswahl Jähns war den DDR-Verantwortlichen ein Glücksgriff gelungen. Neben aller fachlichen Qualifikation erwies sich Jähn als Sympathieträger. Ein bescheidener Mann, der - über Nacht berühmt - die Bodenhaftung nicht verlor. Das mag dazu beigetragen haben, dass Sigmund Jähn - SED-Mitglied und zum Ende der DDR Generalmajor - später als Experte bei der deutschen Astronautenausbildung und bei der Europäischen Raumfahrtagentur gefragt und anerkannt war. wh Seiten 17 bis 19

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