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  • Kein »Linksterrorismus«

Bombenbastler ohne politische Motive

Die Ermittlungen zu Sprengstofffunden in Thüringen stehen kurz vor dem Abschluss

  • Lesedauer: 2 Min.

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Kein »Linksterrorismus«: Bombenbastler ohne politische Motive

Erfurt. Die Sprengstofffunde von Rudolstadt und Uhlstädt-Kirchhasel (Landkreis Saalfeld-Rudolstadt) im März dieses Jahres haben offensichtlich keinen politischen Hintergrund. Die Ermittlungen dazu stünden kurz vor ihrem Abschluss, erklärte der Leiter der Staatsanwaltschaft Gera, Thomas Villwock, am Mittwoch gegenüber dem Evangelischen Pressedienst (epd). Bisher habe sich der Verdacht auf mögliche politische Motive nicht bestätigt. Das gehe auch aus dem internen Abschlussbericht des Landeskriminalamtes (LKA) hervor, meldete der MDR Thüringen.

Den Ermittlern zufolge sei es den beiden Beschuldigten um Spaß beim Herstellen und Zünden von Sprengkörpern gegangen. Das LKA habe keine Hinweise darauf, dass die Männer »die sichergestellten Sprengmittel und Chemikalien in der Absicht verwenden wollten, Menschen zu verletzen oder erhebliche Sachschäden herbeizuführen«, zitiert der Sender in Erfurt aus dem Papier. Die Behörde selbst äußerte sich nicht.

Im März 2018 hatten Polizisten bei Razzien in mehreren Wohnungen 100 Kilogramm Chemikalien gefunden, mit denen sich auch Sprengstoff herstellen lässt. Außerdem entdeckten die Fahnder einige Gramm des explosiven Erythritoltetranitrat und rund 150 selbst gebaute Knallkörper.

Der Fall hatte deutschlandweit für Aufsehen gesorgt. Vermutet wurden Verbindungen in die »linksextreme Szene«. Es gab zahlreiche Sondersitzungen des Innenausschusses und der Parlamentarischen Kontrollkommission im Thüringer Landtag. Die Opposition von CDU und AfD warf der rot-rot-grünen Landesregierung eine »Verharmlosung des Linksextremismus« vor. CDU-Fraktionschef Mike Mohring monierte, »man stelle sich das Szenario einmal vor, wenn die Schlüsselbegriffe Ostdeutschland, Sprengstoff, Rechtsextreme gewesen wären«. Er forderte, Generalbundesanwalt und Bundeskriminalamt sollten den Fall an sich ziehen.

Der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow von der Linkspartei hatte im Zusammenhang mit dem Fall von »Hysterie« gesprochen. Es werde versucht, eine »ideologisch-politische Schlacht« zu inszenieren und die Fakten dabei missachtet. »Der Fall wird politisiert, ohne dass die Ermittler ihre Arbeit machen können«, sagte Ramelow in einem Interview. Auch die Sprecher der Thüringer Bündnisse, Netzwerke und Initiativen gegen Rechts hatten einen angeblichen Zusammenhang zwischen dem Landesprogramm für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit und dem Sprengstofffund in Saalfeld deutlich zurückgewiesen. epd/nd

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