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Erst vor einem Monat wurde sie neue Sprecherin des Repräsentantenhauses. Vielen galt die bestens vernetzte Gloria Macapagal Arroyo sogar als mögliche Nachfolgekandidatin für den angeschlagen wirkenden philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte oder als Kandidatin für das geplante Amt eines Premierministers. Doch nun hat die 71-Jährige angekündigt, sie wolle der aktiven Politik schon bald den Rücken kehren. Bei den Wahlen 2019 werde sie nicht mehr antreten. Damit hat Arroyo ihre Landsleute überrascht. Knapp ein Jahrzehnt stand sie ab 2001 an der Spitze der Philippinen. Die vorherige Vizepräsidentin verstand es, eine Revolte gegen ihren Amtsvorgänger Josep Estrada zu ihren Gunsten auszunutzen. Schon bald jedoch mussten die Filipinos feststellen, dass sie da keinen guten Tausch gemacht hatten. Mehrere Gerichtsverfahren wegen Korruptionsvorwürfen nach ihrer Entmachtung konnte Arroyo zwar abwehren; den Ruf, sich und ihre Familie massiv bereichert zu haben, wird sie aber nicht los. Ihr Regierungsstil wurde immer autoritärer wurde. So ließ Arroyo kritische Journalisten wie Menschenrechts- und Umweltaktivisten verfolgen. Wegen mutmaßlicher Wahlfälschungen ist ihr die Justiz weiter auf den Fersen.

Schon ihr Vater Diosdado Macapagal war 1961 bis 1965 Staatschef der Philippinen. Er kam vom progressiven Flügel der Liberalen Partei, sah sich selbst gern als »Präsident der Armen« und legte Sozialprogramme auf. So wie sich auch seine Tochter als Senatorin in den 1990er Jahren u.a. für Gesetze gegen sexuelle Belästigung oder für die Rechte indigener Gruppen einsetzte. Spätestens als Präsidentin allerdings rückte sie dann deutlich nach rechts. Der heutige Staatschef, dessen Ambitionen auf das Spitzenamt die einflussreiche Abgeordnete aktiv unterstützt hatte, revanchierte sich, indem er ihren Wiederaufstieg förderte - wohl auch, um wichtige Gesetzesvorhaben möglichst störungsfrei durchbringen zu können. Nun aber erklärt Gloria Macapagal Arroyo, es sei Zeit, Jüngeren Platz zu machen und ihre Memoiren zu schreiben.

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