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  • Debatte
  • „Wir sind mehr“-Konzert in Chemnitz

Ein alter Hut – und doch brandaktuell

Christopher Wimmer über die fehlende weibliche Repräsentation bei #wirsindmehr

  • Von Christopher Wimmer
  • Lesedauer: 2 Min.

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Campino von den Toten Hosen. Von Männern für Männer? Beim #wirsindmehr-Festival fehlen die Frauen
Campino von den Toten Hosen. Von Männern für Männer? Beim #wirsindmehr-Festival fehlen die Frauen

Für viele mag die Kritik wohlfeil sein und schon tausendmal gehört – bisweilen ein alter Hut. Doch genau darin liegt das Problem. Alle scheinen es schließlich zu wissen, nur ändern tut sich seit Jahren nichts. Um was geht es? Am heutigen Montag werden Künstler wie Kraftklub, Die Toten Hosen, K.I.Z., Feine Sahne Fischfilet, Trettmann sowie Casper und Marteria in Chemnitz ein gemeinsames Festival unter dem Motto »#wirsindmehr« spielen. Der Anlass sind die rechtsradikalen Ausschreitungen, die seit letzter Woche in der Stadt toben.

Gemeinsam ist den Künstlern neben ihrer Haltung gegen Rechts ein weiteres – sie alle sind Männer. Abgesehen von der Rapperin Nura, Teil des Berliner Hip-Hop-Duos SXTN, werden beim Festival somit nur Typen auftreten. Das ist schade und falsch.

Antifaschistische Gruppen sind oftmals von männlichen Dominanz geprägt. Die Frage, wie es möglich wird, dass Strukturen geschaffen werden können, die alle gleichermaßen (Frauen, Männer, Inter- und Transpersonen) ansprechen, sollte ein wichtiges Anliegen antifaschistischer Politik sein – und seit Jahrzehnten gibt es ja auch intensive Debatten darüber, wie die Szene inklusiver und Frauen besser repräsentiert werden können.

Die feministische Rapperin Sookee bringt es auf den Punkt: »Antifa heißt mehr als Nazis jagen, Antifa heißt Tag für Tag das Ganze hinterfragen.« Auch in Zeiten, wo Nazis Menschen verfolgen und bedrohen, ist die Einbeziehung (und Repräsentation) von Frauen keine Nebensache, sondern notwendige Bedingung von Anfang an. Dies beinhaltet auch, dass sich Frauen als Vorbilder, Künstlerinnen oder Aktivistinnen präsentieren können. Den Organisator*innen des Festivals war dies scheinbar kein großes Anliegen. Ein falsches Signal.

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