Werbung

Was vom Volksheim übrig ist

In Schweden droht bei den Parlamentswahlen am Sonntag ein Triumph der Rechten

  • Von Nelli Tügel
  • Lesedauer: 2 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Rote Spitzdachhäuschen, Michel aus Lönneberga, Köttbullar - und ein stabiler Wohlfahrtsstaat: Bis heute hält sich hartnäckig ein verklärt-romantisches Bild von Schweden, dem bevölkerungsreichsten Land Nordeuropas. Tatsächlich ist der Traum einer sozial ausgeglichenen und über die Klassengrenzen hinweg geeinten Gesellschaft, den die schwedische Sozialdemokratie einst mit der Chiffre Folkhemmet (Volksheim) versah, längst ausgeträumt. Der Rückbau des Wohlfahrtsstaates, soziale Spaltung und gesellschaftliche Polarisierung haben in den vergangenen Jahrzehnten auch im Land Olof Palmes eingeschlagen. Um rund 30 Prozent nahm beispielsweise die Einkommensungleichheit zwischen 1980 und Ende der Nullerjahre zu.

Dennoch war Schweden bislang ein gallisches Dorf: Nicht in Sachen sozialer Gerechtigkeit, sondern weil dort entgegen des skandinavischen Trends die rechte Partei, die Schwedendemokraten, isoliert blieb. In den Nachbarländern sind Rechte längst Teil der Regierungen - und treiben die anderen Parteien vor sich her: In Dänemark, das einmal eines der liberalsten Asylgesetze der Welt besaß, fordern heute Sozialdemokraten, dieses gänzlich abzuschaffen.

Anders in Schweden, das bis 2016 proportional zur Bevölkerungszahl die meisten Geflüchteten in Europa aufnahm. Dass den rechten Schwedendemokraten nun ein massiver Zuwachs an Stimmen, in manchen Umfragen gar der Wahlsieg prognostiziert wird, hat indes kaum mit der Aufnahme vieler Geflüchteter zu tun, wie es die Rechten selbst gerne behaupten. Vielmehr schlägt sich hier eine Polarisierung nieder, die vor Jahren eingesetzt hat und nun auch über die Grenzen des Landes hinaus sichtbar macht, dass Lönneberga und Volksheim endgültig der Vergangenheit angehören.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Schenken Sie schon, oder rätseln Sie noch?

Verschenken Sie das »nd«

Klare Worte, Kritische Debatten und mutiger Journalismus von Links: Das »nd« wird Sie bewegen.

Jetzt verschenken oder sich selbst beschenken