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Mach’s wie Barenboim

Robert D. Meyer über den Boykottaufruf für den Eurovision Song Contest 2019

  • Von Robert D. Meyer
  • Lesedauer: 1 Min.

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Daniel Barenboim setzt auf Versöhnung und nicht auf Boykott
Daniel Barenboim setzt auf Versöhnung und nicht auf Boykott

Oft wird gefordert, Künstler sollten ihre Bekanntheit für gesellschaftliches Engagement nutzen. Allerdings wäre dafür ein Mindestmaß an Faktenkenntnis Voraussetzung - und der Wille zur politischen Differenzierung.

Internationale Künstler, darunter Pink-Floyd-Mitbegründer Roger Waters der Filmemacher Ken Loach und der Sänger Helmut Lotti fordern in einem Brief, Israel das Austragungsrecht für den Eurovision Song Contest (ESC) zu entziehen. Der Musikwettbewerb dürfe nicht in einem Land stattfinden, das die Menschenrechte der Palästinenser missachte. Explizit wird in dem Schreiben auf die eskalierten Gaza-Proteste an der Grenze zu Israel im Mai verwiesen, bei denen 62 Palästinenser starben. Dass die Hamas dazu anstachelte, die Grenze zu stürmen, 100 Hektar Acker- und Waldland durch brennende Flugdrachen der Islamisten in Brand gesteckt wurden - all das bleibt in dem Aufruf unerwähnt, weil es doch zeigen würde, dass ein seit Jahrzehnten andauernder Konflikt eben vielschichtiger ist als einseitige Schuldzuweisungen.

Im Zukunft sollten es Kulturschaffende nicht wie Waters, sondern wie Daniel Barenboim halten. Der argentinisch-israelische Dirigent gründete 1999 mit dem palästinensischen Literaturwissenschaftler Edward Said das West-Eastern Divan Orchestra, das seitdem alljährlich israelische und arabische Musiker zusammenbringt. Ihre Botschaft? Nicht Boykott, sondern Versöhnung.

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