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Senat fördert 1300 zusätzliche Kitaplätze

Seit Juni wurden für 22 Kita-Bauprojekte rund 15,5 Millionen Euro aus dem Landesförderprogramm bewilligt

  • Von Jérôme Lombard
  • Lesedauer: 3 Min.

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Gute Nachricht für Eltern: Seit Juni diesen Jahres hat die Senatsbildungsverwaltung rund 15,5 Millionen Euro Fördermittel aus dem Landesprogramm »Auf die Plätze, Kitas, los!« für Kita-Ausbauprojekte bewilligt. Insgesamt 22 Kindertagesstätten sollen von der zusätzlichen Finanzspritze profitieren und sich dadurch vergrößern können. Insgesamt rund 1300 neue Plätze in Kindertagesstätten und in der Kindertagespflege sollen durch die Bauvorhaben entstehen.

»Das Landesprogramm kurbelt den Kitaplatzausbau an und trägt dazu bei, dass wir mit den steigenden Kinderzahlen Schritt halten können«, sagt Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD). Das Programm sei erfolgreich, weil es stadtweit Kita-Träger in die Lage versetze, neue Projekte anzugehen.

Zu den geplanten Vorhaben, die in den vergangenen drei Monaten in die Förderung aufgenommen wurden, gehört unter anderem die Kita »Kinderparadies« in der Wilhelmstadt im südlichen Spandau. Die von dem privaten Träger »Initiative für Bildung und Erziehung Berlin gGmbH« betriebene Einrichtung hat bislang eine Betriebserlaubnis zur Betreuung von 106 Kindern. Dank der 3,53 Millionen Euro aus dem Landesprogramm soll es durch den Ausbau der Räumlichkeiten schon bald 195 Plätze geben.

Auch im Parkviertel in Wedding gibt es dank des positiven Förderbescheids in Zukunft mehr Platz für die frühkindliche Erziehung. Die vom Berliner Studienwerk getragene »Kindertagesstätte an der Beuth Hochschule für Technik« kann ihr Platzangebot mit Hilfe der 2,6 Millionen Euro aus dem Landesprogramm mehr als verdreifachen: Von bisher 40 Plätze auf 130. »Wir müssen den Kitaplatzausbau schnell weiter vorantreiben«, sagt Bildungssenatorin Scheeres. Der Senat sei sich dieser Herausforderung auch durchaus bewusst, wie Scheeres mit Blick auf den aktuellen Doppelhaushalt 2018/2019 sagt. Dort stehen für das Landesprogramm zur Kita-Förderung 60 Millionen Euro bereit. Seit Anfang des Jahres wurden Anträge für insgesamt 47 Projekte mit knapp 2800 Plätzen bewilligt. Die Vorhaben werden vom dem jeweiligen Träger realisiert. Der Senat fördert anteilig.

Doch trotz des vom Senat vorangetriebenen Ausbaus der frühkindlichen Betreuung fehlen derzeit immer noch rund 3000 Kitaplätze. Das hat weniger damit zu tun, dass es in Berlin zu wenig Raum für Kindertagesstätten gäbe. Kernproblem ist der chronische Mangel an Erzieherinnen und Erziehern.

Vor diesem Hintergrund hält sich die Freude über die angekündigten Ausbauförderungen für Kita-Gebäude bei Katharina Mahrt vom Elternbündnis »Kitakrise« auch in Grenzen. »Natürlich müssen auch die räumlichen Kapazitäten ausgebaut werden, nur ändert das am Erzieher-Mangel erst mal gar nichts«, sagt Mahrt. Im Gegenteil befürchtet sie eine weitere Verschlechterung des Betreuungsschlüssels. Wenn es mehr Raum gibt, aber nicht mehr Fachkräfte, könnten noch mehr Kinder auf einen Betreuer fallen. »Es müssen dringend mehr Erzieherinnen und Erzieher her«, fordert Mahrt. Das könne man aber nur mit höheren Gehältern und attraktiveren Ausbildungsbedingungen erreichen.

In der vergangenen Woche hatte Mahrt zusammen mit anderen Eltern eine Petition zur Bekämpfung der Kitakrise mit 70 000 Unterschriften an den Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) übergeben. Darin gefordert wird auch eine sofortige Zulage für Erzieherinnen und Erzieher. In dieser Frage hätte Müller kein Entgegenkommen signalisiert, wie Mahrt sagt. »Es ist schon frustrierend, dass die Politik kein stärkeres Signal für höhere Löhne geben will.« Aus ihrer Sicht hätten die Politiker zwar die Dringlichkeit erkannt. »Es geht aber nur in Trippelschritten vorwärts.«

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